






Letztens sind wir in das wunderschöne Zhang Jia Jie gefahren. Obwohl diese Gegend beliebt ist unter Touristen trafen wir während den ganzen vier Tagen nur einen einzigen Ausländer, der im selben Hotel übernachtet hat.
Das Hotel hieß So und So International. Nun ich will nicht sehr darauf eingehen, aber die Empfangsdamen verstanden mich besser auf chinesisch als auf englisch und es gab keinen einzigen Fernsehsender auf englisch. So viel zum Thema international. Dann hieß es in der Beschreibung im Internet, das Hotel habe ein chinesisches und ein Western Restaurant, Schwimmbad und Fitnesszentrum. Die Gäste werden vom Flughafen abgeholt und wieder hingebracht.
Das Hotel hatte in der Tat einen chinesischen Restaurant. Das Fitnesszentrum war noch nicht fertig gebaut worden, hieß es, genauso wie das Schwimmbad, nur wir könnten auch nicht erkennen, wo das Schwimmbad (wenn überhaupt in ferner Zukunft) gebaut werden sollte.
Tja,… Georg äußerte nur knapp sein Missfallen an der Situation aber die Damen und der junge Mann der englisch sprechen konnte waren so freundlich, dass wir die Sache dabei belassen.
Die ersten zwei Tage verbrachten wir in dem riesigen Park. Ich muss sagen so viele kleine bunte Tiere hatte ich noch nie gesehen. Viele Schmetterlinge, Hundertfüßler, Käfer, Libellen, Vögel etc. Auch die Geräusche waren mir neu. Irgendein Viech machte einen Megakrach. Ich wusste nicht, ob es sich dabei um einen Hupfer oder um einen Vogel handelte. Selbst eine Schlange im Wasser haben wir gesehen.
Erstaunlich dabei, dass ich wie gelähmt war von dem Anblick. Bisher hatte ich Schlangen nur im Zoo oder im Fernsehen gesehen und ich fand sie nie schön. Aber da schwamm eine und ich wundere mich bis heute, weil ich die so schön fand, genauso wie die Art sich zu bewegen. Ich rief laut zu Georg, damit er sie auch sieht und leider haben andere Leute mich gehört und kurze Zeit später warf ein Junge Steine auf die Schlange. Ich schrie etwas aber ich konnte mich ja nicht verständlich ausdrücken…
Nach 7 Stunden pro Tag Wandern waren wir am dritten Tag am Ende. Wir bestellten einen Taxifahrer, der uns zu den gemütlichen Sehenswürdigkeiten bringen sollte. Der Taxifahrer meinte, wir sollen die Eintrittstickets bei ihm kaufen. Es sind die gleiche Tickets! Kosten auch genauso viel. Etwas misstrauisch sagten wir OK. Auf dem Weg in den Park blieb der Taxifahrer vor einer Baustelle stehen und hupte. Einer der Arbeiter kam zu uns und gab ihm zwei Tickets. Im Park begleitete uns der Fahrer bis zum Ticketschalter und zwinkerte dem Mädchen, das uns reinließ. Wir gingen raus und ließen uns zur nächsten Sehenswürdigkeit bringen. Die Tickets hatte der Fahrer schon und wir hatten noch mal die gleiche Prozedur am Ticketschalter. Weil es noch früh war wollten wir noch woanders gefahren werden. Keyi! Geht! Sagte der Taxifahrer. Leider war auf dem Weg dahin ein Unfall gewesen und wir mussten fast eine Stunde warten bis die Straße wieder frei war. Im Parkplatz bezahlte ich den Taxifahrer und ich sagte ihm, er solle auf uns warten und uns zurück zum Hotel bringen.
Als wir rauskamen war er natürlich… nicht da. Ans Telefon ging er auch nicht, so dass wir einen anderen Taxi nehmen mussten. Nicht so schlimm, war ja nicht so weit, aber Georg belehrte mich gleich: erst am Ende soll ich zahlen! Ok, das nächste mal.
Am nächsten Tag war Abflugtag. Ich ging zur Rezeption und fragte. Kein Problem hieß. Sie helfen mir einen Taxifahrer zu organisieren. Der selber Taxifahrer, der uns da stehen ließ kam und versuchte mich nicht anzuschauen. Amüsiert hörte ich zu, wie er und die Dame des Hotels verhandelten. Er will 150 RMB statt 120RMB. Dies seien Waiguoren (Ausländer) und die verstehen ja gar nicht. Außerdem hatte er gestern mit uns einen Preis ausgehandelt und wir hätten ihm ja eine Stunde länger als ausgemacht beschäftigt. Ich wollte nicht intervenieren, denn die Unterhaltung war ja so interessant! Ok, 150 RMB sagte die Dame. Ich fragte nur, wer die 150 RMB zahlen soll. Sie, natürlich! Sagte sie. Da war es dann Schluss mit Lustig und ich ließ den jungen Manager anrufen, der englisch sprechen kann. Ich sagte ihm, ich sei sehr enttäuscht und unzufrieden, legte auf und ging ins Zimmer. 10 Minuten später riefen sie an und sagten alles sei geklärt und alles wird nach unseren Wünschen laufen. Wieder an der Rezeption waren alle hübsche Mädels wieder am so schön Lächeln. Sie fragten mich was, worauf ich auf englisch antwortete, da sie mich nicht verstanden sagte ich es noch mal auf chinesisch. Ich wurde verstanden! Eins der Mädels antwortete mir darufhin auf waiguorenisch. Also auf chinesisch, nur dass sie dabei so sprach, wie vermeintlich alle Waiguoren sprechen. Nur im ersten Ton. Alle anderen fanden das so lustig und selbst der Manager konnte sich das Lachen nicht verkneifen. Ich konnte nicht mehr staunen! Ist das nicht frech?
Die lange Fahr zum Flughafen und auch die ganze Zeit danach hat nicht genügt. Immer noch begreife ich nicht, was hierzulande als frech gilt und was nicht! Bzw. das macht man, das macht man nicht.





