Sonntag, 20. Dezember 2009

Rückblick

Hm… einige Monate ist es her seit meinem letzten Eintrag. Nun was ist in letzter Zeit alles passiert? Hier ein kurzer Rückblick.

April
Kurze Reise in den Nordöstlichen Ende Chinas, Dung Huang. Mehr zu diesem faszinierenden Ort in einem eigenen Beitrag.

Jubiläum
Ich bestand im Juli den Härtetest, nachdem ich ein Jahr in Xi’an geschafft habe! Das hätte ich selber am Anfang nicht für möglich gehalten. Tja, und das ist schon wieder fünf Monate her.

Der Sommer
Der Sommer brachte viel Tageslicht und erstaunlich oft einen klaren Himmel. Das war ein Segen, nicht nur wegen dem Sonnenlicht, sondern auch wegen der Möglichkeit etwas Sport zu treiben. Ich ging oft in den Park joggen und gelang langsam zu meiner alten Kondition. In den Abenden der heißeren Sommer Nächten war das Joggen ein Erlebnis, weil so gut wie alle Chinesen aus der Umgebung ebenfalls abends raus gingen. Der Park war bis spät in der Nacht ganz schon lebendig. Kinder mit Skateboard und Opa laufend und schnaufend hinterher. Oder Kinder, die Rollschuhfahren übten, auch Mamas am quatschen und Papas, die auf der Wiese saßen, den Bauch und Baden belüfteten und sich wohl Witze erzählten.
Darüber hinaus habe ich habe meinen Geruchssinn weiter sensibilisiert. Einmal tief einatmen und ich weiss wie die Luft ist. Schlecht, verdammt schlecht, geht so, gut. Gut?? was? moment mal, nochmal einatmen.

Herbst
Ich nahm am Xi’an City Wall Marathon teil, bei dem eigentlich nur 13,9 Kilometer zu laufen waren, die mir aber trotzdem vollkommen ausreichten. Ich kam zum Ziel! :)
Kurz danach war es schon wieder vorbei mit dem Sport draußen. Es ist kalt und auch neblig so dass ich es kaum aus dem Bett schaffe.
Die Kälte brach ein und Anfang November war Xi’an mit Schnee bedeckt. Sch.. Kälte und Schwierigkeiten mit dem Verkehr, aber zum Glück wohne ich nur 30 min zu Fuß von der Arbeit.

Dezember
Keine Weihnachtsstimmung :( Fast! Denn ich bin stolzer Besitzer des wahrscheinlich einzigen aber mir Sicherheit schönsten Adventskalender in ganz Xi’an, wenn nicht in ganz China, der mir vor kurzem per Post geliefert wurde! Mitte Dezember, so dass ich noch etliche Fensterchen zur richtigen Zeit öffnen kann!

Zona Libre
Fuer ein langes Wochenende bin ich nach Taipei geflogen. Wahnsinn, ich fuehle mich hier viel naeher an zuhause. Dabei ist es geografisch gesehen nicht der Fall. Mein Blog stellt hier anscheinend keine Gefahr fuer die Bevolkerung und ich kann ohne weiteres mein unsinn hier verbreiten.

Und was jetzt?
Dann geht es zurueck nach Xi'an und bald gibt es von dort einen neuen blog.
Noch ist es leer, aber bald nicht mehr.

flech wie Oskal








Letztens sind wir in das wunderschöne Zhang Jia Jie gefahren. Obwohl diese Gegend beliebt ist unter Touristen trafen wir während den ganzen vier Tagen nur einen einzigen Ausländer, der im selben Hotel übernachtet hat.
Das Hotel hieß So und So International. Nun ich will nicht sehr darauf eingehen, aber die Empfangsdamen verstanden mich besser auf chinesisch als auf englisch und es gab keinen einzigen Fernsehsender auf englisch. So viel zum Thema international. Dann hieß es in der Beschreibung im Internet, das Hotel habe ein chinesisches und ein Western Restaurant, Schwimmbad und Fitnesszentrum. Die Gäste werden vom Flughafen abgeholt und wieder hingebracht.
Das Hotel hatte in der Tat einen chinesischen Restaurant. Das Fitnesszentrum war noch nicht fertig gebaut worden, hieß es, genauso wie das Schwimmbad, nur wir könnten auch nicht erkennen, wo das Schwimmbad (wenn überhaupt in ferner Zukunft) gebaut werden sollte.
Tja,… Georg äußerte nur knapp sein Missfallen an der Situation aber die Damen und der junge Mann der englisch sprechen konnte waren so freundlich, dass wir die Sache dabei belassen.
Die ersten zwei Tage verbrachten wir in dem riesigen Park. Ich muss sagen so viele kleine bunte Tiere hatte ich noch nie gesehen. Viele Schmetterlinge, Hundertfüßler, Käfer, Libellen, Vögel etc. Auch die Geräusche waren mir neu. Irgendein Viech machte einen Megakrach. Ich wusste nicht, ob es sich dabei um einen Hupfer oder um einen Vogel handelte. Selbst eine Schlange im Wasser haben wir gesehen.
Erstaunlich dabei, dass ich wie gelähmt war von dem Anblick. Bisher hatte ich Schlangen nur im Zoo oder im Fernsehen gesehen und ich fand sie nie schön. Aber da schwamm eine und ich wundere mich bis heute, weil ich die so schön fand, genauso wie die Art sich zu bewegen. Ich rief laut zu Georg, damit er sie auch sieht und leider haben andere Leute mich gehört und kurze Zeit später warf ein Junge Steine auf die Schlange. Ich schrie etwas aber ich konnte mich ja nicht verständlich ausdrücken…
Nach 7 Stunden pro Tag Wandern waren wir am dritten Tag am Ende. Wir bestellten einen Taxifahrer, der uns zu den gemütlichen Sehenswürdigkeiten bringen sollte. Der Taxifahrer meinte, wir sollen die Eintrittstickets bei ihm kaufen. Es sind die gleiche Tickets! Kosten auch genauso viel. Etwas misstrauisch sagten wir OK. Auf dem Weg in den Park blieb der Taxifahrer vor einer Baustelle stehen und hupte. Einer der Arbeiter kam zu uns und gab ihm zwei Tickets. Im Park begleitete uns der Fahrer bis zum Ticketschalter und zwinkerte dem Mädchen, das uns reinließ. Wir gingen raus und ließen uns zur nächsten Sehenswürdigkeit bringen. Die Tickets hatte der Fahrer schon und wir hatten noch mal die gleiche Prozedur am Ticketschalter. Weil es noch früh war wollten wir noch woanders gefahren werden. Keyi! Geht! Sagte der Taxifahrer. Leider war auf dem Weg dahin ein Unfall gewesen und wir mussten fast eine Stunde warten bis die Straße wieder frei war. Im Parkplatz bezahlte ich den Taxifahrer und ich sagte ihm, er solle auf uns warten und uns zurück zum Hotel bringen.
Als wir rauskamen war er natürlich… nicht da. Ans Telefon ging er auch nicht, so dass wir einen anderen Taxi nehmen mussten. Nicht so schlimm, war ja nicht so weit, aber Georg belehrte mich gleich: erst am Ende soll ich zahlen! Ok, das nächste mal.
Am nächsten Tag war Abflugtag. Ich ging zur Rezeption und fragte. Kein Problem hieß. Sie helfen mir einen Taxifahrer zu organisieren. Der selber Taxifahrer, der uns da stehen ließ kam und versuchte mich nicht anzuschauen. Amüsiert hörte ich zu, wie er und die Dame des Hotels verhandelten. Er will 150 RMB statt 120RMB. Dies seien Waiguoren (Ausländer) und die verstehen ja gar nicht. Außerdem hatte er gestern mit uns einen Preis ausgehandelt und wir hätten ihm ja eine Stunde länger als ausgemacht beschäftigt. Ich wollte nicht intervenieren, denn die Unterhaltung war ja so interessant! Ok, 150 RMB sagte die Dame. Ich fragte nur, wer die 150 RMB zahlen soll. Sie, natürlich! Sagte sie. Da war es dann Schluss mit Lustig und ich ließ den jungen Manager anrufen, der englisch sprechen kann. Ich sagte ihm, ich sei sehr enttäuscht und unzufrieden, legte auf und ging ins Zimmer. 10 Minuten später riefen sie an und sagten alles sei geklärt und alles wird nach unseren Wünschen laufen. Wieder an der Rezeption waren alle hübsche Mädels wieder am so schön Lächeln. Sie fragten mich was, worauf ich auf englisch antwortete, da sie mich nicht verstanden sagte ich es noch mal auf chinesisch. Ich wurde verstanden! Eins der Mädels antwortete mir darufhin auf waiguorenisch. Also auf chinesisch, nur dass sie dabei so sprach, wie vermeintlich alle Waiguoren sprechen. Nur im ersten Ton. Alle anderen fanden das so lustig und selbst der Manager konnte sich das Lachen nicht verkneifen. Ich konnte nicht mehr staunen! Ist das nicht frech?
Die lange Fahr zum Flughafen und auch die ganze Zeit danach hat nicht genügt. Immer noch begreife ich nicht, was hierzulande als frech gilt und was nicht! Bzw. das macht man, das macht man nicht.






Sonntag, 7. Juni 2009

Hua Shan

Es heißt, manche Berge sind so hoch, dass sie bis zum Himmel reichen. Es heißt auch, diese Berge würden den Himmel stützen. Die Taoisten erklärten bestimmte Berge als heilig. Einer davon ist der Hua Shan. Dieser liegt ca. 120 Kilometer von Xi'an entfernt und ist als Tagesausflug sehr gut zu erreichen.

Ich fragte Kollegen und Bekannte, was ich für den Besuch des Berges beachten sollte. Ein Kollege erzählte mir, jedes Jahr sterben dort Wanderer oder Bergbesucher und vor einigen Jahren gab es sogar ein schlimmer Unfall. Ein ungesicherter Besucher rutschte aus und nahm mehrere mit sich runter, denn es war zu der Zeit des Frühlingsfestes und die zahlreichen Besucher drängten aneinander.
Ein anderer Kollege empfahl mir nachts hoch zu wandern, denn der Sonnenaufgang auf dem Gipfel sei besonders schön. Man könne da oben warme Kleidung mitten, und so muss man nicht so viel hoch tragen. Er hätte das schon mal gemacht und es habe sich auf jedem Fall gelohnt. Nur leider hatte er anschließend drei Tage im Bett mit einer starken Erkältung verbringen müssen. Wahrscheinlich waren die Anstrengung und der Schlafmangel doch zu viel gewesen. In einem Punkt waren sich aber alle einig, es ist sehr anstrengend und teilweise gefährlich. Die Seilbahn sei komfortabler!

Oben angekommen, oder besser gesagt aus der Seilbahn ausgestiegen, kann man doch noch viel Zeit beim Wandern verbringen, denn der Hua Shan besteht aus fünf Gipfeln. Als wir oben ankamen war es schon fast mittags. Wir suchten uns einen Platz zum Mittagessen und studierten dabei die Hua Shan Karte. Während ich so da saß und mein Proviant aß, kamen zwei junge Chinesen und fragten Kristina, ob sie sich mit ihr fotografieren lassen könnten. Nach den Jungs wollte dann noch eine kleine Familie ebenfalls Kristina auf dem Familienfoto haben. Irgendwann musste sie „Nein, ich will nicht“ sagen, denn sonst hätte sie nicht aufessen können.

Bereits während der ersten Metern fühlte sich mein Herz nicht so gut an. Ich stellte mir vor, so muss sich eine tief in der Einkaufstüte eingepackte Tomate auch fühlen: kurz vor dem Platzen! Der Weg war so eng und rechts und links ging es verdammt tief runter. Es gab zwar Absicherungen rechts und links aber ich hatte trotzdem Angst, vor allem nachdem mich ein Paar Besucher aus versehen anschoben (weil man schaut hier die schoene Landschaft aber nicht nach vorne, ob da jemand langsam lauft).

Zu Beginn des Rundgangs kann man dieses Schild sehen. Zuerst machten wir uns lustig über den letzten Satz: The bottom is bottomless. Nun jetzt denke ich, dass kein anderer Satz die Landschaft besser beschreiben könnte, denn egal wo man ist, wenn man runter schaut, man kann den Boden nicht sehen!

Wie hierzulande so üblich, war der Wanderpfad eigentlich ein Treppenweg. Endlos viele, niedrige und nicht besonders breite Treppen.

Fast beeindruckender als der Berg selbst war der Anblick von den Trägermännern. Ältere und nicht besonders kräftig aussehende Männer, die verschiedene Produkten von ganz unten bis in die Gipfelunterkünfte trugen. Sie mussten nicht nur die schwere Last hoch tragen, sie mussten auch noch dabei auf sich selbst und auf die anderen aufpassen, denn Chinesen verhalten sich auf dem Wanderweg ebenso wie auf den Strassen, als gebe es niemanden mehr.

Wenn die Last nicht so schwer ist, oder wenn sie wieder auf dem Rückweg sind, dann wird musiziert. Der eine singt, der andere spielt eine kleine Flöte. Ich habe nicht verstanden was sie gesungen haben, aber es war wohl lustig, denn die chinesischen Besucher fingen an zu lachen und zu klatschen. Ich fand den Gesang sehr schön. Energisch und fröhlich. Man kann sich nur freuen und wundern, wenn man sieht, dass nach so einem harten Arbeitstag die Träger noch in der Lage sind, sich selbst und andere zu erfreuen.

Bilder

Bilder 2

Bilder 3

Bilder 4

p.s. Da dieses Blogspot nicht zugelassen, ist das Hochladen von Bildern nicht moeglich, deshalb hier nur die Links auf flickr

Die große Treppe

Nun sieht es so aus, als wäre die große Mauer doch nicht so ganz dicht. Inzwischen habe ich erfahren, dass es einige Möglichkeiten gibt sie durchzuqueren, einige komfortabler als andere. Man kann sich auf der Suche nach einem Schlüpfloch machen. Dann, wenn das Schlüpfloch geschlossen wird, dann muss man wieder ein anderes suchen. Etwas lästig dachte ich mir. Andere dachten auch so und entwickelten eine angenehmere Lösung, die quasi diese Arbeit übernimmt.

Mittwoch, 20. Mai 2009

The great wall of china

Die große Mauer, die das chinesische Reich vor Bedrohungen aus dem Norden schützen sollte, ist ja allgemein bekannt. Nun, als great wall of china wird auch was anderes bezeichnet. Nämlich die virtuelle Mauer, die das heutige Volk vor Gefahren aus dem Internet schützen sollte. Als ich herkam und Bloggerin werden wollte, hörte ich, dass Blogs unerwünscht bzw. nicht erreichbar sind. In der Tat ist es so. Blogs mit **.blog.** als Adresse werden blockiert. Gut, dass nicht alle Blogs so eine Adresse haben.

Nun, die chinesische Mauer ist ja stückweise gewachsen. Auf einmal ist keins der Blogs vom Blogspot Portal mehr erreichbar… Sniff, sniff.

Dieser Eintrag ist nur deshalb erschienen, weil ich jemanden auf der anderen Seite der Mauer darum gebeten habe, sich in meinem Blog anzumelden und diesen Text zu veröffentlichen. Danke Bruderchen!

Nun, aus diesem Grund gestaltet sich die Bloggerei etwas schwierig. Wenn ich nicht einen Umweg finde, dann wird das wohl mein letzter Eintrag in diesem Portal sein. So’ne Kake!

Montag, 13. April 2009

Großes weites Land

Wie gut sind die Erdkunde Kenntnisse? Schauen wir mal mit den folgenden Fragen:
In welchem Land liegt der Himalaya? Ist das ein Berg oder ein Gebirgssystem? Und liegt der höchste Berg der Welt auf einem einzigen Land oder liegt er im Grenzgebiet zweier Länder? Wenn ja, welche Länder sind das?
Nun, es ist schon lange her, da habe ich mich mit meinem Kollegen über den Mount Everest unterhalten. Er sagte, der höchste Berg der Welt liegt auf China. Ich erinnerte mich an die vielen Fernseherreportagen über die Steigung dieses Berges. Die Bergsteiger gingen zuerst nach … (war das nach China? Wieso hatte ich das noch nie gehört). Ich sagte nichts und stattdessen schaute in Google Maps nach. Man kann ja sogar Höhenlinien zeigen lassen und man sieht mit Google.cn ganz eindeutig, dass der höchste Punkt auf der rechten Seite der Grenze liegt, also auf chinesischem Gebiet. Ein großer Teil des Berges streckt sich über dem Nachbarnland. Ich zeige das Bild meinem Kollegen. „Yes, the mountain belongs to China and to a small neighbor country“. Als ich am Abend etwas entsetzt dem Georg erzählte, mein Kollege wusste nicht, welches Land sich den Mount Everest mit China teilt, fragte er mich: Wie viele Nachbarnländer hat Kolumbien. Fünf! Sagte ich schnell. Welche? Venezuela, Ecuador, Brasil, Peru und ähh… Brasil. Hattest Du schon. Ähh, … Ich fing an zu schwitzen und brauchte eine Weile bis mir wieder einfiel. Wir fanden im Internet eine Seite mit den Nachbarnländern aller Länder. Sachen gibt es…
Da war China an der ersten Stelle mit 15 Nachbarn. Ich musste zu meiner Schande feststellen, dass ich einige der Namen zum ersten mal sah.
Ich fing an zu grübeln. Ich erinnerte mich an meine Schulzeit. Es war so langweilig die Namen aller Präsidenten auswendig zu lernen. Zu der Amtszeit vom Präsident Pinilla entstand in Kolumbien mit Hilfe Deutschlands die erste Lateinamerikanische Fluggesellschaft Avianca. Mehr blieb nicht hängen… Mit Erdkunde war es einfacher, denn Kolumbien ist ja nicht so groß.
Nun China hat eine tausendjährige Geschichte. Ich weiß nicht wie viele Dynastien. Jede Dynastie dauerte lang genug und hatte einige Kaiser. China hat mehr als 30 Provinzen und viele davon sind großer als ein europäisches Land. Darin alle mögliche klimatische Zonen und Landschaften enthalten sowie über 50 verschiedene Völker. Als wäre das nicht genug müssen die Kinder die Schrift lernen. Die Tausende von Charakteren in den verschiedenen Entwicklungsstadien der Schrift, denn die Schrift hat sich geändert mit der Zeit. Mein Kollege zeigt mir und erzählt mir mit Freude, wie ein Zeichen früher aussah, wie man das sonst schreiben kann, zum Beispiel bei der Kaligrafie. Und ich muss staunen.
Meine Lehrerin sagte mir, sie lernte gerne Geschichte, denn damals sei China so mächtig gewesen. Zur Zeit der Tang Dynastie. Und die Geschichte der letzen Jahrzehnten sei ja nicht so schwierig. Da regierte viele Jahre derselbe. Und Religion Unterricht gab es auch nicht mehr, sonst wären die 108 verschiedenen Budhas und die unzähligen Budhas Begleitern auch noch dran gewesen.

Samstag, 11. April 2009

Am Rande der Legalität

Hierzulande muss man auch Steuer bezahlen. Wenn man bei einer Firma angestellt ist, dann wird die Steuer automatisch vom Gehalt abgezogen. Im Restaurant ist es so, dass der Restaurantbesitzer nur dann Steuer zahlt, wenn der Kunde dafür sorgt. Dafür muss der Kunde nach Bezahlen der Rechnung nach ‚Fapiao’ fragen, also nach Steuerscheine. Um den Kunden zu motivieren kann man in den Steuerscheinen ein kleines Feld freirubeln. Manchmal kann man 5 oder 10 Yuan gewinnen. Wenn man nach Fapiao fragt, kann es passieren, dass die Kellnerin statt mit Fapiaos mit einer Dose Cola zurückkommt. Fragt man noch mal, dann kann die Kellnerin mit einer Flasche Schnaps zurückkommen, je nachdem ob die Rechnung hoch ist. Wenn man eine Wohnung sucht, dann variiert der Preis um 15 bis 20% je nachdem, ob man vom Vermieter Steuerscheine will oder nicht.

Ich bekam einige Stunden Chinesisch von der Firma bezahlt. Ich suchte mir meine Lehrerin aus, und sie müsste einen Vertrag mit der Firma abschließen. Eines Tages fragte ich sie, ob sie das Geld von der Firma schon bezahlt bekommen hatte. Sie sagte, sie muss zuerst Steuern bezahlen, dann kann sie mit dem Nachweis über die Bezahlung in die Firma gehen und dann wird ihr das Geld überwiesen. Mir kam das seltsam vor und ich fragte sie, ob sie bei dem vorherigen Arbeitgeber das auch so gemacht hat. Nein, sagte sie. Denn in der Sprachschule, wo sie als Chinesisch Lehrerin gearbeitet hat, wurde ihr das Gehalt bar bezahlt. „Ich glaube, die Sprachschule bezahlt keine Steuern“ sagte sie.

Letztens lernte ich einen jungen Deutschen kennen, der letztes Jahr bei meiner Lehrerin in eben dieser Sprachschule 4 Monate lang chinesisch gelernt hat. Er kam dieses Jahr noch mal für 3 Wochen, allerdings nicht nach Xi’an sondern in eine Sprachschule in Kungming. Er erzählte er hatte Schwierigkeiten mit dem Visum diesmal, weil letztes Jahr in X’an wurde sein Touristenvisum 3 mal verlängert. Verlängert? Geht das? Und wieso hattest Du denn ein Touristenvisum überhaupt? Ja, weil ich glaube die Sprachschule ist nicht ganz legal und kann keine Studentenvisa vergeben. Der Leiter der Schule ist jedes Mal mit mir zum Amt gegangen und sagte dem Angestellten „Ja, das ist ein sehr guter Freund von mir und er möchte noch ein Bisschen länger hier bleiben!“.