Sonntag, 14. Dezember 2008

Rund ums Essen

Im Obstsalat sind auch Cherry Tomaten drinnen, denn die Tomate zählt hier nicht als Gemüse sondern als Obst.

Im „Reis mit Gemüse“ fand ich ein halbes hartgekochtes Ei.

Nach dem Bild auf der Karte bestand das Gericht auf kleinen runden Champignons in einer Sause mit rotem und grünem Paprika. Als das Gericht dann serviert wurde stellte sich heraus, es waren keine Champignons sondern „tausendjährige Wachteleier“

Tausendjährige Eier sind eine Delikatesse in China
Zur Herstellung werden rohe Eier für etwa drei Monate in einem Brei aus Holzkohle, gebranntem Kalk, Salz und Wasser eingelegt. In dieser Zeit verwandelt sich das Eiklar in eine gelatinöse, bernsteinfarbene Masse, das Eigelb bekommt eine quarkige Konsistenz und verfärbt sich dunkel gelb oder grün. Es gibt jedoch verschiedene Konservierungsmöglichkeiten, wobei sich die verwendeten Zutaten leicht unterscheiden. Häufig verwendet werden auch Mischungen aus Asche, Salz, Zitrone und Tee.

Es sieht aus wie Nudeln aber es handelt sich um Qualle in dünnen langen Streifen geschnitten. Man wird erst skeptisch, wenn die angeblichen Nudeln nach über 20 Minuten Kochzeit noch so hart und zäh bleiben.

Tofu Gerichte sind nicht unbedingt vegetarische Gerichte. Ein berühmtes Tofu Gericht aus dieser Gegend heißt Mapo Tofu und besteht aus Tofu und Hackfleisch in einer würzigen Sause.

Vegetarier haben es nicht leicht. Es heißt es gibt zwei Restaurants für Vegetarier in Xi’an. Ich wollte da unbedingt hin, aber leider hat der eine geschlossen.

Etikette. Manche Leute sagen in China gebe es keine Etikette. Ich behaupte die westliche Etikette lässt sich nicht auf chinesisches Essen anwenden. Wer dies nicht glaubt, soll versuchen in aufrechter Haltung und ohne sich zu beflecken eine Nudelsuppe mit Stäbchen zu essen.




Bei Gerichten mit Geflügelfleisch muss man beachten, dass alle Stückchen Fleisch einen Stuck Knochen haben. Wir fragten uns, wie dies nur möglich ist. Die Antwort haben wir auf dem Markt gefunden. Wie die Enten geplättet weiß ich noch nicht… Die Platte Ente wird dann mit einem sehr scharfen Messer in ung. 2 cm breite Streifen geschnitten. Auf der Karte sehen die knusprigen Entenstreifen eigentlich gut aus, nur leider sind die klein gehackte Knochen etwas lästig…



Frisch soll es sein! Deshalb wird in guten Restaurants der noch lebende Fisch an den Tisch gebracht. Man kann den Fisch begutachten und dann schlachten lassen.



Restaurants gibt es in allen Größen, von Garage mit einem Esstisch bis Mehrstockige Restaurants. Letztens war ich zu einem Abschiedsessen von einem Kollegen aus Deutschland eingeladen. Ich nahm nur die Adresse des Restaurants mit. Sonst nichts. Am Eingang des Restaurants wurde ich nach der Zimmernummer gefragt. Eh.. ich weiß sie leider nicht.. Wie ist die Telefonnummer von demjenigen der reserviert hat? Eh..weiß ich auch nicht. Hm.. Wie heißt er denn? Yang Irgendwas... Ich folgte einer Dame ins 3. Stockwerk. Wir liefen durch einen langen Gang mit geschlossenen Zimmern. Vor dem Zimmer 320 blieben wir stehen, sie öffnete die Tür ließ mich reinschauen, ob da meine Bekannte sind. Es war ein Zimmer mit einem großem runden Tisch und einem großem Fernseher. Ich war positiv überrascht, weil der nicht an war, aber pünktlich um 20:00 Uhr wurde der angeschaltet, denn „Bruce Lee die Legende“ fing an, und so gut wie halb China schaute sich die Serie an.

Restaurants in Xi’an machen um 21:00 Uhr zu. Mann muss spätestens um 20:00Uhr bestellen denn später sind die Gerichte ausverkauft. Hauptzeit ist 19:00 bis 20:00 Uhr.

Wie am Fliessband. An einem bei den Xianern beliebten Restaurant waren wir letztens um 19:00 Uhr angekommen. „Sie müssen warten“ hieß es, denn alle Tische waren voll. Wir hatten uns kaum gemütlich hingesetzt, da wurden wir schon gerufen. Ein Tisch war gerade frei geworden. Die Essensreste waren noch auf dem Tisch. Drei Angestellten kamen mit einem kleinen zweistockigen Rollwagen. Sie entfernten die leeren Teller vom Tisch und stellten sie auf dem oberen Fach des Wagens. Im Unteren Fach des Wagens war ein großer Eimer. Alle Reste wurden schnell vor unseren Augen in den Eimer hinein gekippt. Dann wurde der Wagen entfernt und ein Mädchen blieb am Tisch um den zu putzen.

Timing. Man bestellt in der Regel verschiedene Gerichte, kalte und/oder warme Gerichte. Die Reihenfolge, in der die Gerichte kommen wird durch den Zufall bestimmt. Am Anfang hatte ich den Eindruck kalte Gerichte werden zuerst serviert, aber das stimmt nicht immer. Deshalb sollte man Verständnis haben, wenn man in einem „westlichen Restaurant“ das Brot nicht zur Suppe sondern zur Pizza kriegt. Letztens haben die Angestellten es gut gemeint. Ich bestellte nur eine Suppe und Brot, beides Vorspeisen. Meine Kollegin bestellte ein Steak. Ich trank meine Suppe und das Essen der Kollegin kam nicht. Die Angestellten haben uns nachher erklärt, sie haben gewartet, bis die Vorspeisen gegessen wurden.

Roger More. So ungefähr klingt der Name der chinesischen Hamburger. Ähnlich wie beim Donner wird ein Brot aufgeschnitten und mit Fleisch gefüllt. Ein großer Stuck Fleisch mit einem fast gleich großem Stuck Fett wird in einer Brühe gekocht. Man schneidet einen Stuck Fleisch und hackt es sehr klein mit einem großem Messer. Dazu kommen klein geschnittenen Peperonis und Gemüse nach Lust und Laune.




Mit der Zeit fühle ich mich bgehärtet, aber in den ersten Tagen hatte ich nach dem Bumeln auf dem Markt keinen Apetit mehr.








Chinesische Dominosteine: sind nicht süß sondern aus Schwein und man isst sie nicht nur zum Weihnachten. Eine Spezialität aus Hangzhou. Würfel aus ung. 5 cm Seitenlänge. Die oberste Schicht ist Haut, die nächste Schicht ist Fett und die unterste Schicht ist Flesich.

Verlosung Ein Gericht aus dem Nordosten Chinas ist eine besonders zubereitete Schweinehaxe. Um die Haxe zu essen bekommt man noch Plastikhandschuhe und Strohalm. Denn die Haxe isst man mit der Hand und man will sich nicht dreckig machen. Und der Strohalm? Für die richtige Antwort auf die Frage gibt es 100 gr Grüntee von der besseren Sorte!

Montag, 8. Dezember 2008

Urlaubsregelung

Die Anzahl von Urlaubstagen richtet sich nach der Anzahl von Jahren, die ein Mitarbeiter für eine Firma gearbeitet hat. Je länger man gearbeitet hat, desto länger der Urlaub.
Für neue Mitarbeiter, das heißt, weniger als zwei Jahre in einer Firma, sind fünf Urlaubstage vorgesehen. Einer Firma steht aber frei, mehr als die Anzahl der gesetzlich vorgeschriebenen Urlaubstage zu genehmigen. Mein neuer Arbeitgeber vergibt 12 Urlaubstage an alle Mitarbeiter unabhängig davon, wie lange sie in der Firma sind.

Der Urlaubsantrag geht über eine firmeninterne Seite. Eine Art Abwesenheitsverwalter. Man kann dort auch Abwesenheit aufgrund von Krankheit antragen und noch viel mehr, siehe Liste:

Annual Leave ---------- 12
Bereavement ----------- 1
Dystocia -------------- 15
Injury Leave ---------- 365
Late Birth ------------ 120
Marriage Leave -------- 3
Late Marriage Leave --- 17
Multiple Birth -------- 15
Maternity Leave ------- 90
Sick Leave ------------ 6.5
Hospitalization Leave - 6.5
Long sick Leave ------- 90

Man beachte, dass es Maternity Leave und Late Birth gibt. Und was bedeutet Late Birth? Fragte ich in der Personalabteilung. Wenn die Frau älter als 25 ist, handelt es sich um „Late Birth“. Ebenso, wenn man erst mit 25 heiratet, kriegt man 17 statt 3 Urlaubstage!
Und was bedeutet Multiple Birth, fragte ich. Ann sagte mir, sie wusste nicht, dass es so was gibt, und gab mir keine Antwort. Ich spekuliere mal und behaupte, dass wenn eine Mutter gleich zwei Babys zur Welt bringt, bekommt sie 15 Tage extra, wie bei der Dystocia.

Sonntag, 30. November 2008

Die coolste aller Pagoden

Vor ein Paar Wochen waren wir über das Wochenende in Hangzhou, eine schöne Stadt im Osten Chinas. In der Nähe von Shanghai. Marco Polo sagte ein mal ‚Im Himmel ist das Paradies, auf Erden gibt es Suzhou und Hangzhou’. In der Tat, war die Stadt eine Wohltat für die Augen und für die Seele. Sehr viel Grün. Größe, prächtige Bäume wo man hinschaut. Es ist schwierig sich in der Stadt zu orientieren, denn wo man hinschaut, man sieht nur die großen Bäume. Dann hat die Stadt auch einen schönen See, den Westsee. Im See sind schöne Brücken und Lotus Blumen zu sehen. Außer dem See werden im Reiseführer folgende Sehenswürdigkeiten aufgelistet:

‚Beschütze Chu’ Pagode
Pagode des Blumengirlanden Sutra
Grab des Generals Yue Fei
Kloster der Seelenzuflucht
Teemuseum
Museum für chinesische Medizin

Außer dem Grab eines Generals wollen wir alles sehen.
Überhaupt, wenn man in China reist, bekommt man einige Buddhistische Tempeln und Pagoden zu sehen. Xi’an hat eine der wichtigsten Pagoden Chinas. In der Wildgans Pagode übersetzte ein chinesischer Gelehrte Buddhistische Schriften ins chinesisch. Ungefähr eine Stunde von Xi’an entfernt ist die Famen Pagode. Auch sehr bedeutend. Vor zwanzig Jahre stürzte eine Hälfte der Pagode. Bei dem Wiederaufbau fand man unter der Pagode den zwei tausend Jahre alten Knochen eines Buddhas und Schätze aus der damaligen Dynastie.

Eine der Pagoden in Hangzhou zählt sogar zu den acht bedeutesten Pagoden Chinas, sagte mir mein Kollege. Die erste Pagode ist sehr schön. Wir können rein gehen und auf die höchste Ebene gehen. Der Blick über die Stadt ist schön. Man musst sich aber immer wieder bücken, denn das Dach ist an manchen Stellen etwas tief.

Danach gehen wir auf die ‚Beschütze Chu’ Pagode. Es heißt die Pagode ist aus dem 10. Jahrhundert und ragt 45 m in die Höhe. Ich bin gespannt. Wir kommen zum Eingang und wollen Tickets kaufen. Wegen den vielen Bäumen ist die Pagode vom Ticketschalter nicht zu sehen. Statt dessen sehe ich (zum ersten mal in China) das Zeichen für Rollstuhlfahrer geeignet. Ich staune, denn die Pagoden die ich bisher besucht habe sind aus Holz und die Treppen sind nicht gerade breit. Wir gehen rein und nach ein Paar Ecken bekommen wir den ersten Einblick. Um zur Pagode zu gelangen muss man etliche Treppen laufen. Oder man fährt mit der Rolltreppe!

Ja, rechts und links der Rolltreppe ist die Treppe weiß und chinesisch geschmückt. Wir wollen auch Rolltreppe fahren! Etwas weiter oben sehen wir rechts und links der Pagode Glashäuschen, die Fahrstühle der Pagode. Wow! Die Pagode selbst ist neu. In der ersten Etage sieht man die Ruinen der alten Pagode, die vor einigen Jahren eingestürzt ist. In der Pagode können wir Treppen laufen oder den Aufzug nehmen.


Oben ist der Blick auch sehr schön. Viele Besucher, und Georg wird wieder ganz unauffällig fotografiert, weil er 'laowei', Ausländer ist. Wir schauen eine Weile runter und fragen uns, ob die Rolltreppe auch mal in die andere Richtung fährt, nämlich nach unten, denn es gibt nicht zwei sondern nur eine und die fährt die ganze Zeit nach oben… Wir sehen an dem Tag keinen Rollstuhlfahrer und auch die Treppe fuhr nur nach oben, aber vielleicht kann die in beide Richtungen fahren. Wenn man die Besucher dazu bringt, auf der anderen Seite zu warten.

Ein Gedicht auf Chinesisch

Ein sehr berühmtes und bedeutendes Gedicht über den ebenso bedeutenden Gelben Fluss sieht so aus:

白 日 依 山 尽
Bei ri yi shan jin

黄 河 入 海 流
huang he ru hai liu

欲 穷 千 里 目
yu qiong qian li mu

更 上 一 层 楼
geng shang yi ceng lou


Ein Vierzeiler, aber der hat es in sich. Zweite und vierte Zeile reimen sich (die zweite Zeile endet mit liu, die vierte mit lou.). Bestimmte Regeln über Reihenfolge und Vorkommen der vier verschiedenen Tone werden eingehalten.

Meine Lehrerin erklärte mir das Gedicht wie folgt:

Die Sonne folgt den Berg am Ende des Tages
Der gelbe Fluss fließt ins Meer
Tausend Meilen weit, wenn man mehr sehen möchte
Muss man noch höher gehen

Die ersten zwei Zeilen beschreiben die Landschaft. Die letzten zwei Zeilen sind zu einer Redewendung geworden. Diese wird von Eltern gebraucht, wenn sie ihre Kinder zum lernen bzw. zum Studieren motivieren wollen.

Man braucht ein Bisschen Abstraktionsvermögen um das schöne Gedicht aus der Bedeutung der einzelnen Zeichen abzuleiten.
白: weiß; 日: tag/Sonne; 依: stützen; 山: Berg; 尽: bis zuende
黄: gelb; 河: Fluss; 入: reingehen; 海: Meer; 流: fliessen
欲: Sehnsucht; 穷: mittellos; 千: tausend; 里: Nachbarschaft; 目: Auge
更: mehr; 上 : gehen zu; 一 层 楼: hoeher / eine hoehere Ebene

Das erste Zeichen steht für die Farbe Weiß. Aber weiß kommt gar nicht im Gedicht vor. Weiße Sonne, die ersten zwei Zeichen. Weil weiß ist die Farbe der Sonne, wenn sie untergeht, meint ‚weiße Sonne’ den Sonnenuntergang.
Das dritte Zeichen in der dritten Zeile steht heutzutage für Tausend. Aber damals war das eine Einheit, genauer gesagt eine Entfernungseinheit. Also weit, weit weg.

Eine Übersetzung aus dem Internet lautet wie folgt:
The sun leaning close to the mountain
The yellow river flowing to sea
(want to fill your eyes) With the tausends of mile scenery
Climb another floor

Dienstag, 25. November 2008

Die Nachrichten

Bis vor kurzem hatten wir nur vier Fernseher Kanäle. CCTV1, Xi’an TV und zwei regional Sender. Also alles auf chinesisch. Seit letzte Woche haben wir einen digital Empfänger, und damit mehrere chinesische Kanäle... Auf einem dieser Kanäle CCT9 gibt es manchmal Filme oder Nachrichten auf Englisch.
Wir schauten gestern ein bisschen Nachrichten:
Unfall auf einer Baustelle für die UBahn. Ein Tunnel hat nicht gehalten. Ganze Strassen sackten zusammen. Szenen vom Unfallort und von verletzten im Krankenhaus werden gezeigt Der englische Nachrichtensprecher spricht mit einer Journalistin vor Ort. Sie erzählt vom Zustand der Verletzten. Thank you very much Haohao! Dann folgt die nächste Nachricht:
In Shanghai begann heute die Messe für Arbeitssicherheit. Aussteller aus der ganzen Welt aber auch aus China zeigen dort ihre Ideen und Produkten für Arbeitssicherheit.
Der Rest der Nachrichten berichtet über Hu Jintao. Hu Jintao und die Finanzkrise..
Hu Jintao auf Staatsbesuch. Interessant, er besucht Lateinamerika, genauer gesagt, Peru und Cuba. In Peru sagt er, er will die Beziehungen zu Lateinamerika verstärken. Hm, warum nicht? Die Beziehung zu USA ist nur in einer Richtung fruchtbar und die Wunden der Kolonialisierung sind noch lange nicht geheilt, also her mit den Chinesen! Und vielleicht lohnt sich doch eines Tages, dass ich chinesisch lerne. Weiter wird berichtet, Hu Jintao in Cuba. Treff mit Fidel Castro in Jogging Anzug. Besuch einer Schule, in der 5000 Chinesen Spanisch Intensivkurs machen. Die chinesische Studenten singen für Herrn Hu Guantanamera. Wie viele noch mal? 5000 Chinesen?! Ach so, hm, vielleicht lohnt es sich doch nicht, wenn ich chinesisch lerne.

Chinesische Schriftzeichen

Manchmal ist doch eine Logik dahinter und das Lesen erscheint einfacher als das Aussprechen. Die folgende Zeichen sind ein gutes Beispiel dafür:

上 Oben (shǎng) 下 Unten (xià) 中 Mitte (zhong)

上午 Vormittag (shǎng wǔ)
中午 Mittag (zhong wǔ)
下午 Nachmittag (xià wǔ)

上班 Mit der Arbeit anfangen (shǎng bān) 下班 Die Arbeit beenden (xià bān)
上课 Unterricht Anfang (shǎng ke) 下课 Unterricht beenden (xià ke)

上车 Einsteigen (shǎng chē) 下车 Ausstaigen (xià chē)

大 Groß (da) 小 Klein (xiǎo)

小学 Grundschule (xiǎo xué)
中学 Oberschule (zhong xué)
大学 Höhere Ausbildung (da xué)

Was kann also die Kombination von 马 Perd und Oben 上 heißen?
马上 (ma shǎng) heißt so viel wie Zu Pferd! Und benutzt man, wenn man es eilig hat. Hurtig, schnell!

Mittwoch, 12. November 2008

Das Schönheitsideal der Chinesen

Die Farbe des Prinzen

Gestern habe ich meine Lehrerin gefragt, ob es auf chinesisch ein Wort für den Traummann gebe. So was wie blauer Prinz. Ja, so was gibt’s.
Bei ma wang zi (Bei: weiß, ma: Pferd, wand: Koenig, Zi: Sohn)
Also weißes Pferd Prinz. Weil weiß e Pferde so selten sind, waren sie ein Status Symbol. Der Kaiser soll mit acht weißen Pferden geritten sein.
Und wie sieht dein weißes Pferd Prinz aus? Fragte ich sie. Die Frage passte zu dem Unterricht, denn wir hatten gerade Körperteile und Adjektive gelernt.
Sie lachte erstmal und dachte kürz nach. Dann sagte sie:
Mein weißes Pferd Prinz ist groß, groß. Er hat kleine, kleine Augen und er hat weiße, weiße Zähne.
Was woanders selbstverständlich ist, ist es hier nicht. Als Erklärung dafür gibt es verschiedene Theorien. Eine Kollegin meint, der Verbrauch vom belasteten Wasser verursacht die Verfärbung der Zähne sowie der frühere Zahnausfall.

Dürr soll die Prinzessin sein

Ich bin nicht besonders beleibt. Ständig müsste ich mich anhören wie dünn ich sei. Die Leute müssten mal hierher kommen um wirklich dünne Frauen zu sehen! Woran das liegt weiß ich noch nicht, denn wenn ich mir anschaue, was die Kollegen zu Mittag essen…
Letztens waren wir wieder in der Havana Bar um die neue Salsa Band aus Cuba kennenzulernen. Die zwei Sängerinnen haben sehr schöne Kurven! Meine Bekannte aus Deutschland fand sie auch deshalb besonders hübsch, weil hier solche schöne Kurven so selten sind. Eine der chinesischen Stammkundin dagegen sagte mir, die Sängerinnen essen aber zu viel! Eine andere beschwerte sich über die Kleider. Gestern habe ich mit der Vorgängerin, mit der kolumbianischen Sängerin telefoniert. Has Du Kontakt zu der neuen Band, fragte ich. Weißt Du ob sie sich gut fühlen? Also, hm, ich müsste letztens mit den Sängerinnen sprechen. Deren Chef, der auch unser Chef ist, hat mich darum gebeten, den Sängerinnen zu sagen, sie sollen weniger essen. Denn sie seien zu dick. Ich wollte das natürlich nicht tun, aber der Chef hat mich fast dazu gezwungen, denn er selber traute sich nicht dazu.

Bei der Arbeit - Kokosnusschen

Eine sehr nette chinesische Kollegin hat auch einen sehr interessanten Namen. Die meisten chinesischen Namen bestehen aus zwei kurzen Silben, eine für den Vornamen und eine für den Nachnamen. Ihr Name ist zweimal die gleiche Silbe und klingt wie „Coco“, was auf Spanisch Kokosnuss heißt. Kokosnuss ist sehr nett und jeden Tag gegen 15 Uhr packt sie was zum naschen aus. So lernte ich Brot mit Bohnen kennen, Reischips, Nüsse, eine seltsame Art von Kiwi, die im inneren rot ist. Kokosnusschen muss am Anfang lange überlegen bevor sie auf Englisch spricht. Mit jedem Tag aber klappt es aber besser.
Vor zwei Wochen war unser Training zu Ende und nun sind wir gespannt auf unsere Aufgaben. Meine Kollegen wurden zu Einzelgesprächen mit dem HOD eingeladen. Der HOD kommt aus Italien und spricht besonders schnell englisch.
Als ich zur Arbeit komme treffe ich meinen Kollegen. Er sieht ganz anders aus. Blass und extrem aufgeregt. Er hatte gerade sein Gespräch mit dem HOD aber er meint es sei gut gelaufen. Ich frage Kokosnusschen wie ihr Gespräch gelaufen ist. Mein Gespräch war schon letzte Woche, als Du krank warst. Es ist gar nicht gut gelaufen. Mein HOD sagte, er weißt nicht, ob er mich in sein Team haben will. Warum nicht? Er sagte, er will ein stabiles Team haben und dafür braucht er Leute, die in Xi’an bleiben werden. Und er glaubt nicht, dass in Xi’an bleiben werde. Warum nicht? Wegen meinem Freund in Deutschland. Er meint ich werde zu ihm gehen. Und woher weißt er von Deinem Freund? Frage ich. Er hat mich gefragt ob ich einen Freund habe, und was er macht und wo er ist. Und Du hast ihm alles erzählt? Ja. Hm… Außerdem sagte er, ich muss mein englisch verbessern. Er musste fast alles zwei mal sagen. Seit diesem Gespräch geht es mir gar nicht gut. Ich kann nicht konzentriert arbeiten. Danach fragte ich meine anderen Kollegen. Bei allen lief es ähnlich. Sie machten sich viele Gedanken, denn die Verständigung klappte nicht so 100%tig. Und willst Du nicht mit dem HOD sprechen? Ihm sagen, dass er sich diese Sorgen nicht machen muss? Sie sagte, sie will warten. Beim zweiten Gespräch ist der HOD besser drauf und ist gleich viel netter zu ihr. Du bist in meinem Team und Du bekommst gleich eine schwierige Arbeit. Wehe wenn Du mich enttäuschst! Sie lachen beide und Kokosnusschen ist wieder die alte.

Neulich bei der Massage

Die englisch Lehrerin der Firma kennt sich in Xi’an aus. Sie spricht auch sehr gut chinesisch und so hat sie mich in verschiedene Orte hingebracht. Sie erfuhr von der Neueröffnung eines Massage Lokals in der Nähe meiner Wohnung. Wir gingen nach der Arbeit dahin. Bereits vor dem Aufzug im ersten Stockwerk ging es los. Da war ein junger Mann mit schwarzem Anzug, der uns die Arbeit ersparte den Knopf zum dritten Stockwerk zu drücken. Im dritten Stockwerk ging die Tür des Aufzugs auf. Drei hübsche Chinesinnen in gelben schönen Anzügen blockierten den Ausgang des Aufzugs. „Herzlich willkommen“ sangen sie laut gleichzeitig. Dann herein mit uns. Nach ein Paar Schritten aus dem Aufzug hörten wir zwei laute Schläge an eine große Trommel. Ein Mädchen kümmerte sich um unsere Schuhe und gab uns Badelatschen. Ein anderes Mädchen fuhrte uns durch die Gänge. Nach jeder Abbiegung stand ein Mädchen da, bereit sich zu verneigen und uns „herzlich willkommen“ zu sagen.
Im Zimmer dann unterhielt sich meine Kollegin über das Angebot und die Preise. Das ist aber teuer! Na gut, wir nehmen eine einfache Fußmassage und Tee. OK. Wir machten uns bequem und warteten. Wir warteten über zwanzig Minuten. Wir sind auf der Warteschlange. Noch drei andere sind vor uns! Fand meine Kollegin heraus. Enttäuscht gingen wir. Wir bekamen unsere Schuhe und der Abschied war weniger pompös.
Tja, wir waren zur Eröffnung da. Wie viele andere auch. Und es gab zwar um jede Ecke ein Mädchen im Anzug aber nicht genügend Masseure.
Ein Paar Wochen später ging ich mit Georg dahin. Wieder mit Trommel willkommen geheißen. Alles lief gut. Wir warteten nicht lange und wurden gut massiert. Seltsam war nur, dass die Masseurin von Georg den Kopf schüttelte und lachte, wenn mein Masseur zu mir bzw. zu uns sprach. Hm.. wer weiß was er da sagt, dachte ich mir.
Vor ein Paar Tagen ging ich wieder mit meiner Kollegin dahin. Ich sagte ich will wieder den Masseur vom letzten Mal haben, den mit der Nummer 90. Den kriegte ich auch. Meine Kollegin unterhielt sich auf Chinesisch mit meinem Masseur. Sie sagte mir, der Junge spricht aber nicht normal. Ich verstehe ihn so schlecht.
Ich erzählte meine chinesisch Lehrerein über den Vorfall. Ich sagte ihr der Masseur hat seltsam gesprochen und meine Kollegin hat ihn sogar aufgefordert normal zu reden.
Da bricht meine Lehrerin in Lachen aus. Nach langem Lachen erzählte sie mir, dass wenn Chinesen Witze mit Ausländern machen, dann machen sie die Ausländer so nach, indem sie nur in einem Ton reden. Chinesisch hat ja vier Töne, die Ausländer können das aber nicht so gut, also beim Nachmachen eines Ausländers reden sie chinesisch so wie mein Masseur mit uns.

Sonntag, 9. November 2008

Unter dem Zauber der Persimone

Vor ein Paar Tagen fand ich auf meinem Schreibtisch eine seltsame Frucht. Groß wie eine Tomate und mit einer Farbe zwischen Orange und Rot. Mein Kollege erzählte mir, er hatte beim Universitätsgarten zwei „Persimonen“ gepflückt, eine für seine Frau und eine für mich. Mit meinem Mixer machte ich einen Saft aus der Persimone und einer Banane. Ein Genuss! Gestern Samstag mieteten wir einen Taxi um ein Paar der Sehenswürdigkeiten in der Umgebung von Xi’an zu besuchen. Vor dem Eingang zu dem Grabmal eines Kaisers waren ein Paar Frauen mit Körben voller Obst zum verkaufen. Zwei Frauen hatten Persimone in ihren Körben. Was kosten die Persimonen, fragten wir. Ich verstand nur die Zahlen eins und acht. Ein Yuen acht Persimonen?? Das kann doch gar nicht sein! Ich fragte die andere Frau mit den größeren Früchten. Sechs und sieben verstand ich. Hm.. ich nahm sechs schöne Persimonen in eine Tüte und bezahlte sieben Yuen. Ist das OK? Die Frau nickte.

Auf der Weiterfahrt rechnete ich nach. Wenn wir die Frau richtig verstanden haben und sie acht Persimonen für ein Yuen verkauft, dann bringen ihr die Persimonen in ihrem Korb gerade mal zehn Yuen, also ein Euro. Genauso viel, wie nachher die Räucherstäbchen zum Opfern im buddhistischen Tempel kosten.

Es ist ein schöner Herbstag. Die Sonne scheint und ein kühler Wind bläst. Die Landschaft wirkt eher trocken. Die meisten Bäume haben ihre Blätter verloren. Über die Pflanzen hat sich ein dünner Film Staub gelegt. Mitten in dieser herbst Landschaft fängt ein großer Baum meinen Blick. Wie ein prächtiger Apfelbaum nur mit schwarzem Stamm ohne Blätter und von den orangenfarbigen Persimonen voll behangen. Ein Gefühl wie bei der Kirschblüte im Frühling.

Das letzte Ziel unseres Ausfluges war wieder ein Grab. Diesmal das Grabmal einer Prinzessin. Das Grabmal bestand aus drei großen künstlichen Bergen. Ein Berg stellt den Kopf einer auf dem Rücken liegenden Frau dar. Zwei Berge stellen ihre Brüste dar. Auf dem Weg zu den Brüsten merkt eine Verkäuferin, dass ich Georg einen Persimonenbaum zeige und dass ich ein Photo vom Baum will. Sie stand auf und sagte etwas von dem ich nur das Wort „groß“ verstand. Sie deutete mir sie zu folgen. Sie nahm aus ihrer Hosentasche einen Schlüssel und öffnete das Schloss einer großen Tür. Die Tür zu ihrem Reich. Wir standen auf dem Hof ihres Hauses. Wie bei den Hobbits, waren die Schlaffzimmer wie Höhlen im Berg. Sie schenkte jedem von uns eine schone reife Persimone, von denen sie einige in ihrem Hof hatte. Sie zeigte uns, wie wir sie schälen sollten. Ihr Schlaffzimmer zeigte sie uns auch. Aus einem Schrank nahm sie einen roten Stofftiger. Mit Händen und Füßen erklärte uns, dass benutze man als Kissen. Ach soo! Sehr dankbar, mit zwei von ihr selbst genähten Stofftierchen und mit orangenfarbigen Flecken in den Händen und um den Mund sagten wir Auf Wiedersehen und gingen weiter.

Dienstag, 4. November 2008

Deutscher Stammtisch in Xi'an

In Xi’an gibt es einen Deutschen Stammtisch! Ein mal im Monat trifft man sich zum essen. Jeder, der deutsch sprechen kann, ist eingeladen. Ich war schon zwei mal da. Beim ersten Mal waren es um die 14 Leute. Drei Herren von der Deutsche Bahn, die hier bei dem Bau einer Schnellzugstrecke beraten. Drei Sprachlehrerinnen und Ingenieure. Die chinesische Freundin eines Ingenieurs aus dem Schwabenlandle war auch da.
Ein neuer kommt an und stellt sich vor. Er geht zu allen, schüttelt mit jedem die Hand und sagt Guten Tag. Als er bei mir ankommt sagt er dann „Good Evening“. Ähh… Tja, woher soll er denn bitte wissen, dass ich deutsch spreche? Sehe ich etwa so aus? Ich lachte nur und konnte nichts sagen. 
Ein netter Herr von der Deutsche Bahn erzählte lustige Anekdoten. Er war stolz, weil er mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu der Terrakotta Arme gefahren ist, nur mit dem Wörterbuch bewaffnet. Respekt! Die meisten lassen sich im Hotel ein Taxi organisieren, der sie hin und heil wieder zurück bringt.  Dann erzählte er auch, wie er beim Einkauf von Bettwäsche von mindestens zehn Chinesen umringt wurde, die alle in sein Wörterbuch geschaut haben und alle mit dem Verkäufer und mit ihm gesprochen haben, um zu helfen.  Es war ein netter Abend. Zum essen gab es sogar Spätzle und Auflauf!


Beim zweiten mal gab es mehr Leute. Wir trafen uns im neu eröffneten Paulaner! Ich saß am Tisch mit zwei neu angekommenen Lektoren. Und was macht ein Lektor? Vorlesungen halten. Aha, … der jüngere Lektor erzählte, seine chinesische Kollegen wollen ihn als Deutschlehrer missbrauchen, und dass auch vier Stunden pro Tag! Das würde ich gar nicht mit machen, sagte der ältere Lektor. Ich habe sie schon auf drei Stunden pro Tag runtergehandelt… 
Dann ging es irgendwann um Entwicklungshilfe. Die Gelder für Entwicklungshilfe werden gekürzt, sagte der ältere Lektor. - Macht eigentlich Sinn, wenn sie sich so teure Olympische Spiele leisten können! - Beides darf man gar nicht im selben Kontext bringen! Hm..

Danach kam eine Gruppe Austausch Studenten aus Stuttgart, mit denen ich mich den Rest des Abends unterhalten habe.

Ihr studiert hier? – jawohl zwei Semester lang.
Und habt ihr Vorlesungen auf englisch oder auf chinesisch? – auf Chinesisch
Wirklich? Aber das muss verdammt schwer sein, mitzukommen! – ja, man muss jeden Tag sehr viel Zeit damit aufbringen nachzulesen.
Aber, man erkennt in einem Satz nicht einmal wo ein Wort anfängt und wo ein Wort endet! – mit der Zeit erkennt man das schon.
Nicht schlecht! Und musst ihr auch marschieren? – wir marschieren auch, aber in die Kneipe. Aber unsere Kollegen müssen das. Ich habe sogar Fotos. Schau. 
Und schläft ihr auch in so eine Schlafsaal mit anderen Studenten? – nein wir haben besondere Bedingungen. Wir teilen uns zu zweit eine Wohnung, wie die Lehrer auch. 
Aha, und stimmt es, dass sechs Studenten sich ein Zimmer teilen müssen? – Ja das stimmt, das ist wie in diesem berühmten Gefängnis. Wie heißt er noch mal? Berlin Moabit.
Und geht ihr manchmal mit den chinesischen Studenten auf ein Bier? – manchmal auch auf zwei!

Und weil ein Austausch Studium nicht Herausforderung genug ist, bereiste einer der Studenten, Roland, in den Sommerferien Laos, Kambodscha, Thailand und Vietnam. Alles mit Zug und Bus. Das Visum gab es an der Grenze. Um das Hotel kümmert man sich vor Ort!  Mehr dazu auf www.dc-netzwerk.de 

Die Hochzeit meines besten Freundes

Eigentlich habe ich hier so was wie ein bester Freund noch nicht. Dafür bin ich noch zu kurz hier. Aber ich habe einen Kollegen, den ich sehr schätze, „Li“. Wir saßen im Training neben einander und während der praktischen Übungen haben wir über dies und jenes geredet. Über emanzipierte Panda Bärinnen, über Lasagne und Spaghetti, über Frosch Rezepte, über den Sensemann und was weiß ich noch.
Nun eines Tages im September ist er etwas früher ins verlängerte Wochenende gegangen. Er sagte einfach „see you next week“. Als er aus dem Zimmer war sagten mir die anderen Kollegen, der Kollege müsse seine Eltern abholen, denn sie kommen nach Xi’an, um alles für die Hochzeit zu regeln. Was?! Er will heiraten? Ja, alles ist in trockenen Tüchern. Ich wunderte mich, dass er mir nichts erzählt hatte und fragte ihn deshalb nicht. Ich wollte warten, bis er das erzählen mag. Eines Tages fand ich Süßigkeiten auf meinem Schreibtisch. Jemand hat geheiratet, hieß es. 
Ich habe heute Süßigkeiten auf meinem Schreibtisch gefunden! – sagte ich ihm
Hast Du auch welche bekommen? - Nein, ich habe keine Süßigkeiten bekommen.
Dann gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder man möchte Dir keine geben, oder DU hast die Süßigkeiten verteilt. - Nop, ich habe sie nicht verteilt. Irgendeiner mag mich wohl nicht.

Nun, heute war ich essen mit einem anderen Kollegen und ich fragte ihn ein bisschen aus. Wie lange bist Du verheiratet? - Seit Juni 2008. 
Echt wow, frisch verheiratet. Wo habt ihr Euch kennengelernt – In der Uni.
Wie alt ist Deine Frau? – wir sind gleich alt, 27
Uhm hm, und wo arbeitet Deine Frau? – bei Fa. So und so.
Uhm hm, und kocht Deine Frau? - Nein, wir beide kochen nicht. 
Kauft ihr das Essen dann? - Ne, ihre Eltern kochen. 
Ach so. Und wer von Euch verdient besser? - Ich! 
Uff, sehr gut! Je, je, Und habt ihr gefeiert? 
Ne, noch nicht. Haben nur den Schein geholt aber noch nicht gefeiert. Wir sind in der selben Situation wie Li.
Was Li hat schon geheiratet? - Ja!
Wann hat er denn geheiratet? - Schon vor einem Monat. An dem langen Wochenende. Haben wir dir doch erzählt.
Echt? Ich dachte die wollten das besprechen! Wahnsinn. Aber keiner hat was gesagt. Gratuliert man nicht in China, wenn man heiratet? - Erst bei der Feier. 
Ach so.

Unterhaltungen

Welchen Ruf haben die Latinos hier in China, fragte ich einmal. - They are passionate.           Wieso denn das? - Wegen der Musik.    Aha.. und sagt man bei Euch nicht, Latinos sind faul und sonnen sich den ganzen Tag auf der Hängemate? - Was, nein! (Mein Kollege versucht dabei nicht so viel zu lachen) Wieso des denn. Ist nur so ein Vorurteil. - Hm, aber das ist eigentlich kein schlechter Lebensstil. 


Geht ihr manchmal in Western Restaurants essen? werde ich gefragt.
Ab und zu, ja. sog i
Hm, ich war gestern in einem Italienischen Restaurant am Glockenturm. Das war soo lecker!
Ach kenne ich. Und was hast Du gegessen?
Hm, ich habe den Namen vergessen. Aber es war mit einer sehr leckeren Füllung. Und der Teig war eckig.
Ach so, Lasagne, wahrscheinlich.
Wie heißt das noch mal?
Lasagne. (Ich schreibe es auf) 
Kannst Du das kochen? 
Klar. Nur die Blätter muss ich kaufen. und man brauch einen Backoffen.. Spaghetti gehen leichter, die kann ich auch.
Spa, was? Spaghetti. Die langen dünnen. (ich schreibe es auch auf)
Hm, das mag ich auch!
Kuerzer Zeit später schaue ich von meinem Bildschirm weg und merke wie mein Kollege die aufgeschriebenen Wörter wieder und wieder leise vorliest. Spa ghee ti, Bo lo gne se. Spa ghee ti, Bolo gnese.

Freitag, 31. Oktober 2008

weil es so schön ist





Auf die Gefahr, dass ich mich wiederhole oder eindringlich wirke. Ich poste wieder Fotos vom Himmel über Xi’an . Diesmal aus der Terrasse der Firma, also aus dem 6. Stockwerk. Die Fotos habe ich am Donnerstag gemacht, nachdem ich mit meinem Gemüt ziemlich zu kämpfen hatte. Ich dachte mir, ich soll irgendwas aus so einem grauen Tag machen. So fragte ich die Sekretärin, ob sie eine Kamera hätte. Ich ging auf die Terrasse und knipste. Heute ist Samstag und die Sonne scheint wieder, Gott sei dank! Ich habe ausgeschlafen und trinke guten kolumbianischen Kaffee. Ich schaue mir die Bilder von Donnerstag und muss staunen. Sie wirken fast nicht echt. Hätte ich sie nicht selber gemacht… Die Fotos mit besseren Sicht sind nur ein Paar Wochen alt.

Dienstag, 28. Oktober 2008

Montag, 27. Oktober 2008

Der Himmel über Xi'an




Ein Paar Bilder vom Himmel. Das zweite und dritte Bild (von meinem Fenster aus) zeigen meine Nachbarschaft. Einmal bei durchschnittlichem Wetter und einmal bei schönem Wetter. Das erste Bild wurde von der Wildgans Pagode aufgenommen.

Xi'an sieht gleich viel schöner aus bei blauem Himmel! Am Wochenende, an dem die Olympischen Spiele in Beijing eröffnet wurden war der Himmel über Xi'an besonders sauber und schön. Ob das Zufall war oder nicht, kann ich nicht sagen. Einige Leute sagen, Kraftwerke und Fabriken seien fuer kurze Zeit geschlossen worden. Ich weiß nur, dass an dem Wochenende ziemlich viele Leute nicht im Haus bleiben wollten. Wir machten auch einen Ausflug in die Hausberge. Die Aussicht war schön! Die chinesische Kollegin, die dabei war sagte, sie weißt nicht mehr, wann der Himmel zum letzten mal so schön gewesen ist.

Sonntag, 19. Oktober 2008

Real Love

So heißt ein beliebtes Restaurant im siebten Stockwerk eines modernen Gebäudes in Xi’an.
Wenn man dort isst, bekommt man Gutscheine für das „Real Love Shower“. Was macht man da, fragten wir eine Chinesin, die die Gutscheine fleißig gesammelt hat. „Take a bath!“ war die Antwort. Aha…
Letzten Donnerstag war ich mit meiner österreichischen Kollegin und einer Bekannte aus Deutschland im Real Love Baden. Wenn man rein geht, (Männer und Frauen getrennt) muss man die Schuhe ausziehen. Man bekommt Badelatschen und einen Schlüssel für ein Schließfach. Ein winziges Handtuch bekommt man auch. Man zieht sich aus und geht ins Badebereich. Es gibt drei Becken alle mit heißem Wasser. Ein Becken hat auch noch Wasserstrahlen um sich mit Wasser massieren zu lassen. Ein Dampfbad gibt es auch. 
Die Kollegin sagt, das Becken mit dem leicht rötlichen Wasser soll die Haut weiß machen. Da wollen wir nicht rein. Alles andere probieren wir aus.
In einem großen Raum liegen die Frauen auf schmalen Liegen währen sie von anderen Frauen abgeschrubbt werden. Im Raum neben an werden die Frauen noch mit „irgendwas“ eingerieben. Es gibt eine Tafel mit Preisen. Das billigste kostet 5 Yuen, dann kommt irgendetwas für 30 Yuen, dann was für 55 Yuen… Die Kollegin meint, das Abschrubben koste 5 Yuen. Sie meldet uns an und innerhalb von 10 Minuten sind wir dran. Die Frau, die mich bedient bringt einen neuen Handschuh und sagt mir, der kostet 5 Yuen. OK, sage ich. Sie wäscht die Liege und deckt sie mit einer neuen Plastikfolie. Dann muss ich mich hinlegen. Sie fängt mit dem Gesicht an und schrubbt mich besonders gründlich ab. Ich musste mich auf jeder Seite legen, dann auf dem Bauch, dann die Arme hoch heben, … Sie rieb und rieb und ich weiß nicht, wie lange ich da lag. Dann wurden wir abgeduscht und dann fragte sie uns, ob wir Milch oder Honig gerne hätten. Wir entschieden uns für Honig. Wir mussten uns wieder hinlegen, auf jeder Seite und auf dem Bauch, bis wir überall mit Honig beschmiert waren. Sieben Minuten einwirken lassen! Sagte sie. Nach den 7 Minuten waren wir dann fertig und es war auch schon 23:00 Uhr. Nach der Dusche bekamen wir Badetücher und Pyjamas. Auf dem Ruheraum tranken wir ein Bier und erst kurz vor 24:00 waren wir draußen. 

Was sind Sie von Beruf?

Inzwischen habe ich regelmäßig Chinesisch-Unterricht. Zuerst hatte ich nur einmal in der Woche Unterricht. Meine Lehrerin ist aber der Meinung, dass man eigentlich täglich lernen müsste, sie hat zur Zeit auch nicht so viele Schüler und sie könnte mich jeden Tag eine Stunde unterrichten…
Jedes mal wird Aussprache geübt. Ich muss vorlesen und sie korrigiert mich, oder sie liest vor und ich muss aufschreiben was sie gesprochen hat. Bei diesen Übungen geht es nur darum die Konsonanten zu unterscheiden oder die verschiedenen Tonen.
Für meine an die einfache Spanische Sprache gewohnten Ohren klingt zum Beispiel qi genauso wie xi, oder zheng genauso wie sheng und cheng. Dann muss man noch Zeichen lernen! Die setzen sich aus sogenannten Strokes und die Reihenfolge ist sehr wichtig! Wenn da noch Zeit bleibt, lernt man noch ein oder zwei neue Wörter dazu.
Die Namen für Obst und Gemüse konnte ich mir nicht merken… meine Lehrerin hat es wirklich versucht, dann hat sie aber das Thema gewechselt. Für die Namen der Familienmitglieder hatte ich mehr Talent, uff! Und auch die Namen einiger Berufe konnte ich mir merken. Nur nicht mein eigener Beruf, denn Ingenieur setzt sich im chinesischen aus drei Silben: gong cheng shi, die ich immer in der Reihenfolge durcheinander bringe.
Aber ein bisschen was bleibt hängen. 
Letztens erwischte ich wieder einen Taxifahrer, der sich nicht auskannte… Ich sagte ihm, Gaoxin Liu Lu (6th Gaoxin Road). Der Taxifahrer fuhr los. Er wog nicht nach rechts ab, sondern fuhr gerade aus weiter. Ich dachte er weißt was er tut, bis er die letzte Möglichkeit nach rechts abzubiegen verpasste… „Rechts“ sagte ich. (Ich kann ja nur rechts, links, gerade aus und anhalten sagen). Er fragte mich wahrscheinlich, wie er dahin kommt… ich konnte ihm leider nur zweierlei sagen: „rechts“ & „Gaoxin liu lu“. Er fragte mich weiter und wurde jedes Mal etwas lauter. Ich verstand trotzdem nichts und zeigte ihm mit den Händen, er solle zurück fahren. Er tat das, redete aber ungeduldig weiter. Da fiel mir den Satz vom letzten Unterricht ein: „Ni zuo shenme gonzuo“ Was sind Sie von Beruf? 
Er hat erst mal nichts gesagt, dann aber etwas gelacht und in einem weniger genervten Ton weiter geredet. Mit meinen drei Wörter lotste ich ihn zum Ziel. 
Später sagte man mir aber, das sei gar nicht höflich gewesen. Chinesen sind nicht so dirket, insbesondere wenn es darum geht, etwas negativ auszudrücken. Man muss alles durch die Blume sagen. Ich werde meine Lehrerin fragen, wie man auf Chinesisch fragt: Ist heute ihr erste Tag als Taxifahrer? Oder, Sind sie neu in der Stadt?  

Sonntag, 12. Oktober 2008

Auf Kur in Japan

Während der goldenen Woche haben wir Xi’an verlassen und sind nach Japan geflogen. Die Paar Tage in Japan waren wie eine Erholungskur!
Bereits im Flughafen in Shanghai begann der Kulturschock. 
Menschen (Japaner) standen Schlange! Japan ist nicht gerade ein einsames Fleckchen, aber durch die gute Organisation und Ordnung kommt man immer gut voran. Auf dem Boden sind Pfeilen angezeichnet und die Menschen halten sich daran! Nirgends gab es Chaos oder Lärm. In den 9 Tagen in Japan habe ich nur zwei Mal hupen gehört.

Pünktlich ohne Hektik!

Beim Bus steigt man hinten ein und vorne aus. Man bezahlt beim Aussteigen. Als wir aussteigen müssen werde ich nervös, weil ich meine Fahrkarte nicht finde. Ich will ja nicht eine Verspätung verursachen!!! Ich finde endlich meine Karte, merke aber dann, dass die Leute ganz langsam aussteigen. >>Domo arigato gozaimas!<<. Der Busfahrer nimmt die Fahrkarten und bedankt sich bei jedem Fahrgast. Die älteren Damen stehen ohne Hektik auf und steigen aus.  In Kyoto stehen wir auf einer kleinen Strasse und schauen auf die Karte. Wir blockieren die enge Strasse. Ein Auto blieb neben uns stehen. Der Fahrer entschuldigte sich bei uns und sagte er muss in die Strasse einbiegen, in der wir gerade stehen. Danach im Bus stehen zwei Schulmädchen auf, damit ein älterer Herr sich hinsetzen kann.  

Jeder Tag ist ein guter Tag

Nach der Ankunft führte uns mein Schwager in ein Sushi-Lokal. Ich saß am Fliessband und betrachtete die kleinen Teller mit Sushi. Irgendwie konnte ich nicht los legen mit dem Essen! Georg fragte seinen Bruder, - Ist es hier alles sicher und unbedenklich? – Ja! Kein Problem! Was für eine Frage! Entschuldigung, aber wir kommen ja aus China! Da muss aufgepasst werden! Es gelang mir doch einiges an Sushi zu verschlingen! Auf dem Weg nach Hause sah ich mich an einem Spiegel: ich hatte rote Beckchen! Ich fühlte mich warm und rundum zufrieden. Das gute Essen hatte gut getan! 
Am nächsten Tag probierten wir was anderes aus. Unser Schwager bestellte in einem Grill-Restaurant so gut wie die halbe Speisekarte. Zuerst kam gegrillter Käse mit geraspeltem etwas oben drauf. Dann kamen kleine Pinchos mit verschieden mariniertem Fisch und Fleisch. Dann kam eine schwarze Schale mit Reis und Pilzen. Nach wenigen Minuten waren alle Teller leer. Eigentlich waren wir satt, aber wir wollten was um den Magen zu schließen. Mein Schwager bestellte noch mal. Weitere Pinchos kamen und verschwanden. Noch mal so eine schwarze Schale, aber diesmal mit Aal. Dann kam eine sehr lange Wurst mit einer Schere zum abschneiden. Die Reisbällchen waren aber dann doch zu viel. 
An jedem Tag gab es was leckeres. Wir liefen durch die kleinen Strassen Kyoto’s und probierten was lecker aussah. Windbeutel mit Grüntee Eis gefüllt. Kleine dünne Pfannkuchen mit süßer Füllung, Tofu Spiesschen, Brownies mit Grüntee Streifen …Plätzchen mit verschiedenen Formen und Füllungen. Am vorletzten Abend haben wir im Shabu Shabu Restaurant Unmengen von hauch dünnen Fleischstreifen in Unmengen von Sojamilch gegart und dann gegessen. Am aller letzten Abend gab es Tempura. Alle mögliche Gemüse und Fleisch und Fisch in einer leckeren Panade.  

Fremdsprachen üben

In Kyoto sind wir in vielen kleineren Tempel und Schreine gewesen aber natürlich auch in den bekannteren Tempel. Der Kinkaju-ji Tempel wurde Weltkulturerbe erklärt und ist entsprechend ein sehr beliebtes Ziel für Touristen. Wir waren an einem Werktag dort und trafen viele Schulklassen vor Ort. Die Kinder liefen durch die Anlage, hörten hier und da den Lehrer zu und machten Notizen. Wir waren am See, am Ort mit der besten Sicht. Georg merkte wie zwei Schulmädchen uns immer näher kamen. Sie fragten auf englisch, ob sie uns ein paar Fragen stellen dürften.  Ja, klar, But only if you do not read!, sagte Georg und bedeckte mit einer Hand das Blatt mit den Fragen. Das Mädchen wurde ganz rot und bekam nichts über die Lippen. Ich nahm Georg's Hand weg und das Mädchen traute sich dann wieder. Sie wollte nur wissen, woher wir kommen, und was uns in Japan am besten gefällt. das war alles. Thank you very much! This is for you!, sie gab mir als Dankeschön einen in schönem Japanpapier gefalteten Frosch.

Das allerbeste 

Ich bin nach Japan am Tag meines Geburtstags geflogen. Als wir nach der langen Reise in der Wohnung meines Schwagers angekommen sind, war es schon nach 19:00 Uhr. Mein Schwager bat uns darum leise zu sein, denn die Kinder schlafen schon. In der Wohnung angekommen haben wir unsere Schuhe am Eingang ausgezogen und das Gepäck im Gästezimmer deponiert. Kein Licht brannte, es war still. Dann hieß es wir können ins Wohnzimmer gehen. Ich ging leise und machte die Tür zum Wohnzimmer auf. Von unter dem Tisch krochen die kleinen Süßen und die Mama und alle fingen an ‚Happy birthday’ zu singen! Das Licht ging an und auf dem Tisch war eine schöne Torte! Die kleine Clara sagte,  das Geburtstagskind muss die Torte schneiden! gleich danach sagte sie dann: das Geburtstagserwachsene muss die Torte schneiden!

Sonntag, 21. September 2008

Hinter den Kulissen

Zum Ausgehen in Xi’an gibt es einige Möglichkeiten. Die erste Anlaufstellen für Ausländer ohne viele Xi’an Kenntnisse kennt man in den ersten Wochen. 

Es gibt eine berühmte Kneipenstrasse. Fast eine Gasse ist das. Ein Lokal an dem anderen auf jeder Seite der engen kleinen Strasse. Man kann draußen sitzen im Sommer. Dort ist immer was los. Dann gibt es den berühmten Music Man. Dort gibt es Live Musik mit talentierten jungen Musikern. Bekannte Lieder mit chinesischen Texten und Einflüssen. Etwas laut aber gut zum Musikhören. Dann gibt es die Habana Bar in dem Sofitel. Die Bar ist Teil des Hotels. Die Atmosphäre ist entsprechend. Die Kellner sind mit schwarzem Anzug bekleidet und lachen nicht. Das einzigartige an der Bar ist die Band. Die kommt aus Kolumbien und die spielen Salsa, Merengue, lateinamerikanische Musik eben. 

Als ich zum ersten mal in die Habana Bar gehe, bleibe ich an der Glaswand stehen. Es sieht aus, wie eine Disko aus den Filmen, oder aus Sex and the city. Die chinesischen Frauen in der Bar sind extrem schick angezogen. Ich denke ich bin mit meiner Jeans und meinen Wanderschuhe überhaupt nicht passend bekleidet. Die Getränke sind sehr teuer. Es gibt sogar Paulaner Bier für 68 Yuen!! Nur für Hotelgäste und für Xi’aner mit Kohle! Die Musik ist gut, die Sänger fördern die Gäste zum tanzen auf, alle tanzen wie verrückt. 

Die Sängerin erzählt mir in der Pause, dass die Band Xi’an verlassen wird. Der Manager hat einen Vertrag in einem anderen Hotel in Beijing abgeschlossen. Nur noch einige Wochen in Xi’an, dann geht es nach Beijing. Schade! Ich verspreche noch mal zu kommen um Adieu zu sagen. 

Gestern war ich wider da. Wir waren sehr früh da. Um 21:00 Uhr. Wenige Leute und noch keine Band. Zwei extrem hübsche und schicke chinesische Mädchen setzen sich an der Theke. Sonst sind nur noch ein Paar chinesische Männer auch an der Theke. Mit der Zeit füllt sich die Bar. Diesmal fast nur chinesische Gäste. Die Band singt, aber trifft nicht ganz die Töne. Wir tanzen ein bisschen. Eins der hübschen Mädchen an der Bar verschwindet mit einem chinesischen Gast, das ebenfalls früh angekommen war und an der Theke ihr gegenüber saß. In der Pause spreche ich mit der Sängerin. Sie und der Sänger haben Halsschmerzen. Und was machst Du in der Golden Week frage ich. Sie weißt nichts von den drei National Feiertagen der golden Week und erzählt mir, sie wird wie immer sechs Tage die Woche arbeiten, wie sonst alle anderen Wochen auch. Sie erzählt mir auch, dass sie Schlafprobleme hat. Sie nimmt Schlaftabletten, kann aber trotzdem nicht einschlafen. Auch dass sie erst in Dezember 2009 Urlaub haben wird erzählt sie mir, und dass ihnen eigentlich fünfzehn Urlaubstage für dieses Jahr versprochen dann aber verweigert wurden. Und freust Du Dich auf Beijing? Ich weiß noch nicht, sagt sie. Dort müssen sie vier Runden spielen. In Xi’an spielen sie nur drei. >>Aber in Dezember 2009 haben wir Urlaub!<<.  

Mittwoch, 17. September 2008

Echt oder Attrappe II





Nach dem Steinwald sind wir zur nächsten Attraktion gefahren. Eine durch einen Fluss entstandene Höhle. Der Eingang erinnerte mich an die Partnach Klamm bei Garmisch Partenkirchen. Nur es wurde sehr schnell sehr dunkel, denn der Fluss fließt unter dem Berg. Noch vor dem Eingang in die eigentliche Höhle waren einige Meter über dem Fluss sehr schöne Regenbogen aehnliche Lichter zu sehen. Leicht blau, leicht gruen, leicht rosa. Pah! Wir laufen weiter und die Lichter wurden staerker und staerker. Dem Regenbogen nicht mehr so ähnlich. Etwas weiter unter der Erde, unter einer Holzbrücke war dann eine grösse rote Neon Rohre fast gut versteckt. 

Vom Dach der Höhle hingen ganz viele bizarre Stalaktiten. Vom Dach tropft es immer noch und mit den Jahren bildeten sich Wasser Terrassen, wie auf dem Foto zu sehen sind. Toll die Höhle, und alles echt! Wenn ich sie auch mit einer etwas dezentere Beleuchtung bevorzugt hätte. Wir laufen langsam den anderen Besucher hinter her. Alle Paar Meter müssen wir anhalten. Die Besucher vor uns wollen Photos mit all den besonderen Stalaktiten haben; mit den blau beleuchteten Stalaktiten, dann mit grün beleuchteten Stalaktiten, dann mit rot beleuchteten, . . .

Echt, schön (Steinwald, Kunming)




Echt oder Attrappe I




Das Bild wurde in einem neuen Park von Xi’an aufgenommen. In dem künstlich angelegten See gibt es ebenso künstlich angelegte Wasserfälle und Steinwände, wie auf dem Bild. Nur die Steine sind auch keine echte, von irgendwoher gebrachte Steine. Siehe zweites Bild.  

In den Bergen bei Xi’an, sind die Baumstämme rechts und links der Wanderwege ebenso nicht echt sondern aus Plastik. 


Nach solchen Erfahrungen wird man skeptisch.
Als ich dann in dem „Steinwald“ bei Kunming war, welcher eine ganz besondere und seltene Natur Landschaft ist, kann ich nicht anders als zu zweifeln ob die Steine echt sind. Nicht nur mir geht es so. Georg fragt, ob der Vögel auf dem Stein echt ist, denn der stand unbeweglich lange Zeit da. 

Alles war nicht nur echt sondern auch beeindruckend. Die Landschaft tut uns sehr gut.Die Luft ist gut! Klares Himmel und Sonnschein. Die Gegend liegt in etwa 2000 m über das Meer. Es regnet häufig und die Erde ist orange farbig fast rot. Viele Pflanzen, Vögel, Schmetterlinge, sogar wilde Enten und Frosche! Spinnen gab es auch. Einige der Spinnen waren sogar sehr schön. Oder besser gesagt die Farben ihrer Körper! 

Unterhaltungen


Vor ein Paar Wochen bekam ich per eMail eine lustige Präsentation mit dem Namen “Only in this part of the world”. Eins der Bilder zeigte ein gut besuchtes Schwimmbad in China. Die anderen Bilder zeigten z.B. einen auf dem Strand liegenden nackten Mexikaner mit einem Hut über seinen Kopf und einem Hut über seiner Männlichkeit. Ich fand das lustig und schickte es weiter zu einigen meiner chinesischen Kollegen. 

Heute unterhielten wir uns u.a. über Japan. Ein Kollege meinte, die haben genauso wie China sehr viele Leute. Japan habe ein zehntel der Bevölkerung Chinas aber viel weniger als ein Zehntel der Fläche. Also habe Japan mehr Einwohner pro Quadratmeter als China. Er fügte hinzu: Ich verstehe nicht, warum es nur Bilder über volle chinesische Schwimmbäder gibt, aber kein Bild über so was in Japan?!

 * * * * *

Norma, weißt Du von dem großen Ereignis, das in diesen Tagen unsere Gesellschaft bewegt?
Großes Ereignis dieser Tagen? Nein, ich weiß von nichts. Erzähl mal.
Mein Kollege begann mit dem magischen Wort Milch.
Ich unterbrach ihn. Ach so, ich weiß, was Du meinst.
Mein Vater hatte mir vor kurzem eine eMail geschickt, mit einem Ausschnitt aus der kolumbianischen Zeitung. Es wurde von Säuglingen berichtet, die durch Milchpulver schwer erkrankten. Die Kinder sollen innerhalb kurzer Zeit Nierensteine entwickelt haben. Wie ich von der Nachricht erfuhr erzählte ich nicht.
Mein Kollege war entsetzt über diese Nachricht und erzählte mir, er kaufe seitdem keine Milchprodukte mehr. Er fragte mich dann: Meinst Du so was passiert in anderen Orten dieser Welt? 


Montag, 8. September 2008

Little Bush, old Bush

Letztens habe ich versucht zu erklären, dass ich aus Kolumbien komme. Ein Land südlich von der USA. Leider ist mir das nicht gelungen. Ich sagte USA, Amerika, Dollar, George W. Bush, aber keine der Wörter schien den zwei Leuten was zu sagen. Ich fragte meinen Kollegen, wie diese Begriffe auf chinesisch heißen. Hier die Antwort:

Amerika                         Mei guo
Dollar                              Mei yuan
George H. W. Bush       Lao Bu Shi (old Bush)
George W. Bush            Xiao Bu Shi (little Bush)
Mc Donalds                    Mai dan lao

Einsame Orte – Ein schlechtes Omen

Gestern Sonntag bin ich wieder schwimmen gegangen. Ich gehe immer in das Provinz-Schwimmbad, welches den Ruf hat, das beste zu sein. Es hat ein 50 m Becken und der Eintritt kostet 40 Yuen. Verglichen mit einem Schwimmbad in Deutschland finde ich das etwas teuer, denn das Michaelibad in München kostet auch etwas mehr als 4 Euro, bittet aber Dampfbad, Whirlpool, ein Bereich im Freien und hat kleinere Becken für Kinder inklusive Rutschen. Das Provinz-Schwimmbad hat außer dem 50 m Becken nichts mehr. Man kann auch nicht die 50 m nutzen, denn ganz viele Leute haben Angst und bleiben in dem Bereich, wo das Wasser nicht so tief ist. Schön verteilt über alle Bahnen. Kreuz und Quer wie auf den Strassen. Für mich heißt das, dass ich nur bis zur Mitte schwimmen kann. Die eine Hälfte mit etwas tieferem Wasser ist aber dann relativ frei. 

Als ich gestern ankam hat mich als erstes der Preis gewundert. Nur 30 statt 40 Yuen. Dann waren Umkleidebereich und Duschen so gut wie leer. Ich musste nicht wie sonst lange warten um zu duschen. Im Schwimmbecken konnte ich erstmal nicht glauben, dass es so leer war. Mehr als 10 Leute waren nicht da. Ich konnte mir sogar eine von zwei Bahnen aussuchen, die ganz leer waren. Pa! Was ein Luxus! Ich kann heute 50 m schwimmen! Ich freute mich sehr und begann meine Runden.  Kurze Zeit später begann ich jedoch mir Sorgen zu machen. Das ist nicht normal! Dachte ich mir. Ob es an der Uhrzeit liegt? Aber so früh ist es um 12:30 gar nicht.
Wo bleiben die 200 – 300 hundert Besucher, die sonst immer Samstag kommen? Dass von den 6 Millionen Einwohner gerade mal 10 hierher kommen ist sehr seltsam.

Möglicherweise stimmt etwas nicht mit dem Schwimmbad. Vielleicht hat sich durch Mundpropaganda eine schlechte Nachricht verbreitet, dass man Hautausschläge bekommt oder was weiß ich?! und nur ich hab das nicht mit bekommen… könnte sein. 
Vielleicht sind die anderen Besucher auch keine Chinesen? Ich mache eine kurze Pause bis ein Paar Bahnen neben mir ein junger Mann den Kopf hebt und aus dem Schwimmbecken spuckt. Immerhin spuckt er nicht ins Schwimmwasser. OK! Es scheint, es sind doch Chinesen hier. Ich versuche die Einsamkeit genauso wie die gelben Flecken im Boden und die seltsamen weißen Flecken an der Wand auszublenden und denke mir, dass der Sport mir gut tun wird. Dass ein leeres Schwimmbecken mich beunruhigen würde hätte ich mir nicht gedacht.

Am nächsten Tag frage ich eine der Kolleginnen, die regelmäßig schwimmen geht, warum das Schwimmbad so leer war. Sie sagt die Heizung für das Wasser war defekt. Das Wasser war kalt! Nur 25 Grad Celsius!

Sonntag, 7. September 2008

Ausgebeutelt

Letztens traf ich eine Hamburgerin, die in Xi’an als Deutsch Lehrerin arbeitet. Sie ist schon vier Monate in Xi’an und war sehr enttäuscht darüber, dass die Schule ihr die geleisteten Überstunden nicht bezahlen wollte. Auch den anderen Kollegen wollte man die Überstunden nicht bezahlen. Schlecht für die Atmosphäre in der Arbeit. Sie überlegte sogar zu kündigen, hatte aber gerade angefangen sich einzuleben, und jetzt müsste sie dann eine andere Arbeit suchen… hm, was tun?
Dass die Leute in China sich einiges gefallen müssen wusste ich. Aber dass man auch Europäer versucht auszubeuten war mir neu. Immer hin muss man sich im klaren sein, dass nicht viele sich bis nach Xi’an verlaufen… und ein ‚Nativ Speaker’ lässt sich schlecht ersetzen. Aber versuchen kann man es ja. Ich fand auch die Bezahlung nicht berauschend. Achtzig Yuen (acht Euro) pro Stunde. Ich bezahle sechzig für eine Stunde chinesisch Unterricht. 
Als ich dann abends den Georg davon erzähle sagte er mir, erstens bezahle ich meine chinesisch Lehrerin zu viel und zweitens achtzig Yuen pro Stunde sind gar nicht so schlecht. Er sagte dann: Rechne mal, sie verdient mehr als Du.

Samstag, 6. September 2008

High Tech Communication

Bereits acht Wochen bin ich jetzt in meinem neuen Arbeitsplatz. Ich gewöhne mich an die Kollegen und die Kollegen gewöhnen sich an mich. Am Anfang war es für viele lästig, dass meinetwegen alle Trainings auf Englisch laufen, denn ich bin die einzige nicht Chinesin. Inzwischen lockern sich die Zungen und wenn es auf Englisch nicht klappt dann wird auf Chinesisch umgeschaltet. 
Ich verstehe auch immer besser das englisch der Chinesen.  Man muss wissen, dass die ‚r’ einfach verschluckt wird:
Aiving training heißt Driving Training. (genau das Gegenteil von Spanischsprechenden. Wir sagen Drrraiving Trrenning…)  
Oft wird ein ‚n’ wie ein ‚l’ ausgesprochen, also ilof heßt enough ;) ali heißt any u.s.w.
Exit wird wie exist ausgesprochen. 
Schwierig ist die Unterscheidung von Verben und Adjektiven oder Nomen, also oft wird finish statt finished verwendet.
Auf der anderen Seite ist für meine Kollegen auch schwierig aus trii three zu verstehen, denn ich habe ja ein spanischen Akzent, ich spreche a, e, i, o und u wie im spanischen auch. Bei mir klingt lucky also lucky und nicht lə-kē und so weiter und so fort…
So müssen wir oft beim unterhalten auf Software Tools zugreifen. 
Meine Kollegen nutzen Power Word. Power Word ist ein chinesisch-englisch, englisch-chinesisch Übersetzungstool. Ähnlich wie Leo.org. Der Unterschied ist nur, dass man die Eingabe umschalten kann bzw. muss (Shift + Space). 
Im Chinesischen Modus tippt man zum Beispiel ‚xi’ ein und power word listet alle chinesischen Zeichen, die mit ‚xi’ an fangen, also xing, xie , … Mit  den Pfeiltasten kann dann ein Zeichen gewählt werden.
Letztens haben wir über Essen gesprochen. Ich tippte bei Leo.org Ochsenfrosch ein. Dann tippte ich in PowerWord das Ergebnis: Bullfrog ein. Power Word zeigte mir die chinesischen Charakter dafür 牛蛙.  Und siehe da, das chinesische Zeichen für Rind ist dabei! Ich zeigte die chinesischen Zeichen zu meinem Kollegen und fragte ob er das kennt. Mein Kollege tippte irgendwelche chinesische Zeichen in PowerWord ein. PowerWord zeigte ‚specialty’. Mein Kollege sagte dann: „Very delicious! A specialty!“
  

Mittwoch, 27. August 2008

Kein Sensemann in China

Letztens habe ich mich mit meinem Kollegen unterhalten. Eigentlich ging es darum, dass ein sehr erfolgreicher chinesischer Athlet jetzt auch ein sehr erfolgreicher Geschäftsmann ist. Er macht Sportwäsche und die Marke der Sportwäsche hat als Logo eine Figur, die der von Nike sehr ähnelt. (Was ein Zufall …)
Jedenfalls malte mein Kollege das Logo der Marke und fragte mich ob ich das kenne. Ich malte dann an das Logo, welches wie eine Sense aussah, den Sensemann dazu und fragte meinen Kollegen, ob er das meinte…
Mein Kollege runzelte die Stirn und versuchte sehr diplomatisch mir zu sagen, dass er eigentlich über etwas ganz anderes redet.
Ich lachte und fragte, ob er den Sensemann kenne. Mein Kollege schien nicht zu erkennen, was ich gezeichnet hatte, also suchte ich in Wikipedia nach einem schönen Bild vom Sensemann. Trotzdem erkannte mein Kollege den Sensemann nicht. 
Ich erklärte ihn, was er verkörpert und fragte, ob in China so etwas ähnliches gäbe.
Ja. Allerdings sind es gleich zwei die sich um diese Aufgabe kümmern. Zwei Geister mit sehr langen raus hängenden Zungen. Sie saugen die Seele und hinterlassen den leblosen Körper. Ein Bild bekam ich auch zu sehen, allerdings nicht aus wikipedia sondern aus einer chinesischen Suchmaschine. 

Unterhaltungen

Taxi Fahrer: ni shi na guoren? (aus welchem Land kommst du?)
Ich: Galumbiye
Taxi Fahrer schüttelt den Kopf
Ich: South America
Taxi Fahrer schüttelt den Kopf
Ich: America? (Ich kann ihm dann sagen, Kolumbien liegt südlich der USA)
Taxi Fahrer lächelt und schüttelt wieder den Kopf
Ich: USA?
Kopfschütteln
Ich: Dollar
Kopfschütteln
Ich: ah, … Georg W. Busch?
Kopfschütteln…
Schweigen.
Ich: hier anhalten. Danke

Im Fitness Zentrum
Eine Frau: ni shi na guoren? (aus welchem Land kommst du?)
Ich: Galumbiye
Frau: ah?
Ich: Galumbiye, south America
Frau: my english is very little
Ich: America? (noch ein Versuch)
Kopfschütteln
Ich: USA?, .. Georg W. Busch?, … Dollar?, … Coca Cola?
Frau: KFC
Ich: YES!!! 
Frau: *~#$%& bye bye, ;)
Ich: ??, bye bye, ;) 

Montag, 25. August 2008

Kürzlich beim Wandern ...


habe ich dieses Schild gesehen. Bei einer schmalen Brücke aus Holz mehrere Meter über einem Fluß, bei dem man nicht mal auf dem Gedanken kommen würde, darin zu schwimmen, denn der Fluß ist voller großer Steine und das Wasser fließt schnell und mit Kraft.

Montag, 11. August 2008

Das Froschfleisch lässt mich nicht los!

Am Montag in der Früh wurde es wieder zu spät und ich musste wieder raus rennen. Die Müll Tüte in der Hand rannte ich zum Aufzug. Im ersten Stock angekommen wollte ich die Mülltute hoch heben. Da fällt eine leere Flasche Bier durch ein Loch in der Tüte. Klasse, jetzt ist die Mülltute aufgerissen!. Ich kniete um die Flasche zu holen. Da sah ich sie auf dem Boden verteilt: kleine Stückchen vom rosafarbenen Ochsenfrosch.

Eigentlich wollte ich kein Frosch essen

Es gibt einige Science Fiktion Filme, bei denen es möglich ist, die Erinnerungen zu kontrollieren. Das heißt, man kann verschwindende Erinnerungen wieder klar machen oder man kann bestimmte Erinnerungen sogar löschen.
Nun, wenn so was möglich wäre, würde ich meine Erinnerungen an das Frosch Essen löschen! Ich hatte mir fest vorgenommen, in China kein Frosch zu essen. Auch keine Schildkröte, weil diese Tiere mir ans Herz gewachsen sind. Genauso, wie andere niemals Wal essen möchten wollte ich niemals Frosch oder Schildkröte essen.

In 90% der Restaurants gibt es keine englische Übersetzung des Menus. Viele Restaurants haben inzwischen Bilder vom Essen. Man sieht zum Beispiel sehr oft einen großen Topf, auf dem oben drauf eine ganze Schildkröte „schwimmt“. Das ist hilfreich! Aber bei vielen Bildern kann ich beim besten Willen nicht erraten, um was für ein Getier es sich dabei handeln könnte.
Man muss sich also gut vorbereiten. Ich ließ mir auf einem Blatt Papier die Chinesischen Zeichen für Rindfleisch, Hühnchenfleisch, Fisch, Schweinefleisch aufschreiben. Auf dem selben Blatt habe ich aber auch die chinesischen Zeichen für Frosch, Schlange, Hund und Pferd.

Am 8.8.2008 um 8.08 pm war die Eröffnungsfeier der Olympischen Spielen in Peking. Wir wollten uns die Feier zuhause anschauen. Ich ging in ein Restaurant, in dem ich schon gewesen war, und bestellte drei kalte Gemüse Gerichte und zwei Fleisch Gerichte zum Mitnehmen. Bei den Fleischgerichten achtete ich darauf, dass unter dem Bild das chinesische Zeichen für Rind zu sehen war 牛. Einige Minuten später kam das Essen und wurde mir am Tisch eingepackt. Die Fleischgerichte waren riesig!
Zuhause angekommen leuchtete die Anzeige des linken Aufzuges nicht. Schon wieder Stromausfall!. Ich fing an die 18 Stockwerke zu laufen. Georg rief an.
Georg: Wo bist Du denn?
Ich: Im 13 Stockwerk
Georg: Es gibt kein Strom!
Ich: Habe ich vermutet…
Georg: Ich musste vorhin eine Bierkiste hoch schleppen…
Oben angekommen suchte ich nach Kerzen und servierte das Essen. Man konnte das Essen kaum sehen, da wir nur 2 Kerzen gefunden hatten.
Georg sah die Unmengen an Essen und sagte : Hm das sieht ja lecker aus, ist das Fleisch ohne Knochen? -- ahh, weiss ich nicht -- Woher soll ich das denn bitte wissen?
Georg steckte die Gabel in ein Stückchen Fleisch und stellte enttäuscht fest, dass das Fleisch Knochen hatte. -- probiere vom anderen Gericht -- sagte ich.
Zum Gluck war das andere Gericht ohne Knochen. Ich esse nur vom Fleisch ohne Knochen, sagte Georg. -- Ist OK -- sagte ich. Plötzlich war das licht wieder da, und wir machten den Fernseher an.
Ich schaute die Eröffnungsfeier und aß von den Pilzen und vom Fleisch mit Knochen.
Ich schaute gar nicht auf das Essen. Plötzlich fiel mir auf, dass die Knochen sehr klein waren um Rinderknochen zu sein. Hm, vielleicht wurden die einfach sehr klein gehackt…
Bei einem größeren Stuck Fleisch hatte ich ebenfalls einen größeren Knochen. Er fühlte sich unmöglich wie ein Rinderknochen an. Eher wie die Hälfte des Kopfes eines kleines Tieres. Da ich die Knochen eines Hühnerkopfes kenne, wusste ich sofort, dass es sich um ein anderes kleines Tier handeln musste.
Ich: Georg, ich glaube dass ist kein Rindfleisch! Die Knochen sind sehr klein dafür!
Georg: Dann ist das Frosch oder Rate
Nach genauerer Inspektion kamen wir zu dem Schluss dass es Frosch sein musste. Das Fleisch vom Frosch soll leicht rosa sein, sagte Georg.
Ich horte auf zu essen und trank Schnaps. Ich packte die Essensreste ein, um sie zwei Tage später wegzuschmeißen, da keiner sie essen wollte.
Georg: Aber ich dachte Du wolltest Rindfleisch.
Ich: Ja, ich habe das Zeichen für Rindfleisch dabei gesehen, deshalb habe ich es genommen.
Georg: Hm, vielleicht ist es Ochsenfrosch!

Stromausfall – Wasserausfall – Juckreiz

Letzten Sonntag waren wir zu einem Mittagessen eingeladen. Wir sollten um 11:15 am Haupteingang der Wohnanlage sein. Am Abend davor war es spät geworden. Ich wachte am Sonntag also erst nach 10:00 Uhr. Georg wachte früher auf als ich und war bereits geduscht als ich aufstand. Kurz vor elf wollte ich mich dann langsam fertig machen. Der Radiosender verstummte. Stromausfall!. Na ja, mach nichts. Wir werden ja nicht zuhause sein. Ein Paar Minuten später lacht Georg weil auch Wasser ausgefallen war. . Oh oh …
Ich versuchte eine Katzenwäsche mit einem Handtuch und Wasser aus unserem Wasserspender. Kurz nach elf floss wieder Wasser aus dem Wasserhahn. Ich rannte in die Dusche und wusch mich schnell. Ich bemerkte erst danach beim Hände waschen, dass das Wasser sehr braun war.

In dieser Nacht schlief ich sehr unruhig. Ich fühlte wie ein winziges Tierchen auf meinem Bein lief. Ich kratzte mich und versuchte weiter zu schlafen. Ein Paar Sekunden später lief wohl ein ähnliches winziges Tierchen auf meinem Arm. Fast gleichzeitig juckte mein Stirn. Ich musste mit beiden Händen überall kratzen. Fliegen fühlen sich anders. Und überhaupt, warum hören die Tierchen so schnell wieder auf zu laufen? Nein, das sind keine Tierchen, aber was sonst?
Ich konnte nicht weiter schlafen. Meine Haut juckte. Ich machte das Licht an und wie erwartet waren keine Tierchen auf meinem Körper. Auf meinem Arm war eine rote Fläche mit Ausschlag zu sehen, da wo es juckte.
Ich machte eine Liste der Sachen, die ich gegessen hatte. Habe ich vielleicht auf die Pilze allergisch reagiert? Oder vielleicht war das vom dreckigen Wasser gekommen?Ich ging mitten in der Nacht zur Dusche und versuchte so gut wie möglich meine Haut zu reinigen. Wieder im Bett schlief ich schnell wieder ein. Ich wachte erst am nächsten Morgen wieder auf und stellte fest, dass die Fläche mit dem Ausschlag im Arm kleiner geworden war. Hm, es war wohl doch das braune Wasser.

Dienstag, 5. August 2008

Gerätschaften




Als ich in Stockholm zu Besuch bei meinem Onkel war stellte ich fest, dass ich in der Küche meines Onkels wunderbar zurecht kam. Ich fand Alufolie und Klarsichtfolie genau da, wo ich sie vermutet hatte. In der Küche waren alle üblichen Geräte zu finden, wie Mikrowelle, Geschirrspüler, Kaffeemaschine, Toaster, Kühlschrank und Gefrierfach… Alles sehr ähnlich.

In China gibt es in der Küche auch Kühl- und Gefrierfach. Es gibt auch Mikrowelle. Das war es mit den bekannten Geräten. Geschirrspüler haben die meisten Küchen nicht. Stattdessen sind Desinfektionsgeräte sehr verbreitet. Unseres befindet sich da, wo man normalerweise ein Geschirrspüler platzieren würde. Das Gerät – ich nenne es mal Schubi - ist in etwa genau so groß wie ein Geschirrspüler. Schubi ist einfach wie eine große Schublade nur, dass man in diese Schublade das gerade handgespülte Geschirr hinein tut. Leider hat Schubi keine Trennung für Teller, sodass man einfach die Tassen, kleinere und größere Teller irgendwie rein tut. Darüber hinaus ist der Boden von Schubi ein einfaches Gitter, der das tropfende Wasser von den Tellern direkt ins Küchenboden fallen lässt. Da der Boden von Schubi etwas rostet wollte ich die Tassen nicht auf dem kopf stellen, aber das darf man nicht, denn sonst bekommen die Tassen kein Ozon bestrahlt und werden dann nicht desinfiziert. 
Man schaltet Schubi mit dem linken Knopf und dann muss man etwas mehr als eine Stunde warten, bis das Geschir Ozon gereinigt wurde. Die anderen Knopfe, … tja, die haben alle ein chinesisches Zeichen oben drauf.. Auf diese drückt man einfach nicht.

Aufi! Aufi ist ein Mülleimer der besonderen Art! Aufi geht selber auf, wenn man etwas reinwerfen möchte. Dies schafft Aufi mit Hilfe von einem Sensor und jeder Menge Strom. Leider geht Aufi nicht nur auf, wenn man etwas reinwerfen möchte, nein, er geht auch auf, wenn ich an ihn vorbei laufe. Wenn ich etwa an ihn vorbei zum Wäschebalkon laufe, oder wenn ich mir Wasser beim Spender daneben hole…

Das nächste Gerät ist ein Wasserspender. Der Wasserspender ist in etwa so groß wie ich. Oben befindet sich eine grosse Wasserflasche, die man austauschen kann. Unten befinden sich zwei Griffe. Beim roten Griff kann man heißes Wasser gießen. Beim blauen gibt es kaltes Wasser. Die Temperatur für heißes und kaltes Wasser kann man selber regulieren. Normalerweise nimmt man 98 Grad Celcius und 16 Grad Celcius. Der Wasserspender ist Tag und Nacht angeschlossen und bereit heißes oder kaltes Wasser zu servieren. Ich nenne ich einfach Frisstromfi.