Dienstag, 29. Juli 2008

Man kann sich verrückt machen.




Man hört zur Zeit sehr viel in den Nachrichten über China. Nicht gerade viel versprechende Sachen. Als ich in Xian ankam war ich wunderbar voreingenommen.

Wenn man dann hier ist und mit anderen Ausländern spricht, dann erfährt man noch mehr dazu! Der Boden um Xian soll mit Quecksilber belastet sein. Monsanto verkauft hier in China, alles was in anderen Ländern gar nicht mehr verkauft werden darf. U.s.w…

So ist es kein Wunder, dass man in den ersten zwei Wochen extrem nervös ist und besonders vorsichtig sein möchte. Ich putzte mir die Zähne nur mit Trinkwasser. Wenn das Trinkwasser alle war, dann passte ich beim Zähneputzen darauf, bloß nicht runter zu schlucken. Ich wusch mir ständig die Hände. Ich dachte beim Essen daran, dass das Essen wahrscheinlich sehr viele ungesunde Sachen enthält. Salat oder ungekochtes Gemüse waren Tabu! Selbst der Reis schien mir verdächtig, denn der wird wahrscheinlich mit Leitungswasser gekocht.

Ich ging mit dem Georg dann in die kleineren Nebenstrassen. In der Nähe unserer Wohnanlage gibt es nämlich noch einige kleine Strassen, in denen abends einige Straßenverkäufer ihr frisch zubereitetes Essen anbieten. Ich dachte mir, dass dieses Essen mit Leitungswasser gekocht wurde und ich zweifelte an die Sauberkeit und Hygiene bei der Zubereitung auf solchen einfachen Ständen. Ich wollte da nichts essen. Georg sagte mir, dass er schon da gegessen hatte und sich nichts dabei geholt hatte. Und dass ich auch nicht sicher sein kann, wie sauber und hygienisch das Essen in teureren Restaurants zubereitet wird. Da ich Hunger hatte und es spät war, um in ein Restaurant hinzugehen, entschied ich, zumindest zu schauen, ob ich etwas finden könnte.

Ich entschied mich für sehr weiße, frisch aussehende Reisnudeln, weil diese nämlich ohne weitere Zutaten verkauft wurden. Ich zeigte der Frau mit den Händen, dass ich von Ihren Nudeln essen wollte. Sie tat Nudeln in eine Schüssel und fragte mich irgendetwas. Sie zeigte dabei auf verschiedene Flaschen und Schüssel. Ich gab ihr zu verstehen, dass ich nichts verstand. Daraufhin bereitete sie mir die Nudeln nach Ihrem Geschmack zu. Sie mischte den Inhalt aus verschiedenen Flaschen und rieb Gurken dazu. Am Ende hatte ich ölige bunte Nudeln mit Gurken Stückchen. Es duftete sehr gut! Ich fing an zu essen. Ich dachte mir dabei, dass diese meine letzte Mahlzeit sein könnte.Es war sehr lecker! Die Gurken waren sehr würzig. Trotzdem bereute ich meine Tat schon auf dem Rückweg in die Wohnung. Ich dachte mir das war sehr unvernünftig. Ich war gerade erst in China angekommen und mein Magen hatte sich noch nicht umgestellt, und ich wagte es, auf der Strasse zu essen. Zuhause trank ich Schnaps! Am nächsten Tag beobachtete ich jedes Zeichen meines Magens. Nach genau 24 Stunden dachte ich mir: Nun eine Salmonellen Vergiftung müsste jetzt losgehen… Aber es passierte nichts. Ich überlebte und hatte nicht einmal Magen Schmerzen. Uff.. 

Mittwoch, 23. Juli 2008

Der Verkehr in Xian





Die Strassen in Xian sind sehr breit. Die Strassen sind in drei Abschnitte geteilt. In der Mitte fahren die Autos. Rechts und links befinden sich kleinere Abschnitte für die Fahrradfahrer. Bei den meisten Strassen sind die Autospuren durch kleine bepflanzten Verkehrsinseln von den Spuren für Fahrradfahrer getrennt. Es gibt vier Spuren für Autos. Zwei für jede Richtung. Es gibt keine Trennung für die Autospuren außer den Linien auf dem Boden. Eine dicke gelbe Linie trennt die Richtungen.

Die Spuren für Fahrradfahrer bieten genug Platz für viele Fahrradfahrer nebeneinander. Auch zwei kleine Autos würden nebeneinander passen.

Die Ampeln haben in Xian auch drei Farben, Rot, gelb und grün, aber die Ampeln befinden sich nicht vor der Kreuzung sondern nach der Kreuzung. Das heißt, in Deutschland kann ein Autofahrer bis zur Ampel fahren. Bei rot muss der Autofahrer vor der Ampel stehen bleiben. In Xian müssen die Autofahrer auf die Ampel nach der Kreuzung schauen und wenn diese rot wird, dann müssen sie vor der Kreuzung stehen bleiben.

In den meisten Kreuzungen gibt es auch Fußgängerampeln und sogar Zebrastreifen. Die Zebrastreifen befinden sich am Ende der Strasse in einer Kreuzung. Genauso wie in Deutschland. Der Unterschied ist nur, dass in Deutschland die Zebrastreifen hinter der Ampel für die Autos ist, und somit weiß man als Fußgänger, dass die Autos hinter der Ampel – hinter dem Zebrastreifen – anhalten müssen und dies auch meistens tun.

In Xian sind die Zebrastreifen durchaus am Ende der Strasse nicht aber vor der Ampel, weil die Ampel nach der Kreuzung ist… Dies bedeutet in der Praxis, dass die Autofahrer nach Ermessen entscheiden ob, und wo sie anhalten. Manchmal halten die Autos auf dem Zebrastreifen, denn dadurch ist man schneller wenn die Ampel wieder grün wird.

Die Ampel gilt grundsätzlich nur für die „Geradeaus Fahrer“. Es gibt also keine Ampel für die Abbieger. Wenn also Strasse A Strasse B kreuzt und die Ampel für Strasse A wird rot, dann halten alle Autos auf A, die geradeaus fahren wollen. Autos auf A, die nach rechts abbiegen wollen, können unbekümmert weiter fahren.

Als Fußgänger hat man also bei der Straßenüberquerung darauf zu achten, dass
- ein Auto möglicherweise die rote Ampel spät gesehen hat und über die Kreuzung schnell fährt
- ein Auto die Ampel gemerkt hat, aber erst auf dem Zebrastreifen stehen bleibt
- und am wichtigsten, dass von links immer Autos kommen

Ein zusätzlicher Spannungsfaktor ergibt sich durch die Fahrradfahrerspuren. Denn, hier fahren auch kleinere und größere Motorräder. Außerdem kann man auf den Fahrradfahrerstreifen in beiden Richtungen fahren. Und manchmal fahren Autos in die Fahrradspuren rein, um zu parken, jemanden abzuholen, oder einfach weil es auf den anderen Spuren so viele Autos sind.

An der Kreuzung muss man als Fußgänger also bei den Fußgängerspuren besonders vorsichtig sein. Hier können alle mögliche Fahrzeuge in alle möglichen Richtungen und in allem möglichen Geschwindigkeiten fahren. Die Farbe der Fußgängerampel spielt dabei keine Rolle.

Ich war gerade erst zwei Wochen in Xian, als mein erster Verkehrsunfall geschah. Es war Samstag und ich wollte mit Tatjana ins Krankenhaus fahren, um eine Fußmassage zu genießen. Wir nahmen ein Taxi ins Zentrum der Stadt. Wir fuhren mit dem Taxi eine sehr befahrene Strasse, an deren beiden Seiten viele Geschäfte und Strassenverkäufer gibt. Die Strasse kannte ich schon, denn hier gehen viele Leute einkaufen und wir waren am Abend davor da gewesen. Wir hatte ewig gebraucht, um die Strasse zu überqueren..

Wir fuhren also auf der linken Spur Richtung Stadtzentrum. Vor uns war ein Zebrastreifen, aber die Ampel für Autofahrer war grün. Mitten auf unserer Spur stand ein junger Mann auf dem Zebrastreifen und telefonierte mit seinem Handy. Unser Taxifahrer sah den jungen Mann und dachte sich, wie ich mir auch, der Junge Mann wird wohl zwei Schritte nach hinten gehen und auf den Anden steigen. Der Taxifahrer fuhr weiter ohne langsamer zu werden. Ein Paar Meter vor dem jungen Mann, merkt der Taxifahrer, dass der junge wohl nicht weg geht. Der Taxifahrer will auf die rechte Spur abweichen. In diesem Moment fährt schneller als wir ein großer Bus an uns vorbei. Der Taxifahrer kann also nicht nach rechts und nicht geradeaus fahren und tritt auf die Bremse. Das Auto bleibt kürz vor dem jungen Mann stehen. Kürz danach hören wir den Krach vom Aufprall des hinter uns fahrenden Autos… gegen unser Taxi.
Ich hatte in dem Augenblick nur Augen für den jungen. Denn so was hatte ich noch nie gesehen. Eine so befahrene Strasse und er bleibt einfach stehen! Als der junge den Aufprall merkte fing er an, ruhig die Strasse zu überqueren. Unsere Augen trafen sich, aber der junge schaute schnell in eine andere Richtung.

Unser Fahrer stieg aus und fing an mit dem Fahrer vom anderen Auto zu diskutieren. Andere Ausländer hier raten dazu, in solchen Fällen schnell zu verschwinden, denn es ist bereits passiert, dass die Unfallbeteiligten sich darauf einigen, dass der Ausländer Schuld trägt und für die Kosten aufkommen soll. Ausländer haben ja soviel Geld, da kann man das ja machen. Wir bezahlten also für die Fahrt bis zu dem Unfallort und nahmen den nächsten Taxi.

Am nächsten Tag fuhr ich mit Georg in die Innenstadt. Der Taxifahrer bekam ein Anruf und fing an zu telefonieren. Wir unterhielten uns weiter darüber, wer was einkauft als plötzlich unser Taxi stark bremst und einige Millimeter vor einem anderen Taxi stehen bleibt. Die Taxifahrer blickten kaum einander und fuhren weiter ihre Wege. Unser Taxifahrer hatte dadurch wohl etwas lustiges zu erzählen, denn er telefonierte weiter und lachte dabei.

Sonntag, 20. Juli 2008

Zeugin wahres Glückes

Die Währung der Volksrepublik China ist das RMB. Es gibt Scheine von 100, 50, 20, 10, 1 RMB. Die 100 RMB Scheine sind rosa und sind die größten und von der Qualität her die besten Scheine. Die 1 RMB Scheine dagegen sind sehr klein, fast wie Spielzeuggeld und man hat das Gefühl, dass die Scheine sich bald auflösen werden. Alle Scheine haben ein Bild von Mao auf der einen Seite. Auf der anderen Seite ist meistens eine schöne chinesische Landschaft abgedrückt. 

Mit 100 RMB kann man in China extrem viel oder extrem wenig kaufen. Man kann zum Beispiel in einem Starbucks Cafe zwei Kaffee und ein Muffin für ungefähr 80 RMB kaufen. Man kann auch in einem Einkaufscenter 1000 RMB für ein Markenhemd bezahlen (also ~100 Euro), oder 900 RMB für Nike Schuhe. Einige bezahlen Unmengen von RMBs um sich BMW Autos zu kaufen.
Auf der anderen Seite verlangt ein Taxi Fahrer in Xi’an 300 RMB um zwei Personen den ganzen Tag zu den Sehenswürdigkeiten in der Nähe von Xi’an zu fahren (ohne zu verhandeln). Die Kürzestrecke mit dem Taxi kostet 6 RMB also 60 Cent. Eine Flasche Wasser kostet 2 bis 4 RMB. Bei den Strassen Verkäufer bekommt man ein Teller Reisnudeln für nur 3 RMB, also für drei solcher kleinen, mitgenommenen Scheine, die sich in jedem Augenblick auflösen könnten. 
Wir bezahlen für unsere Wohnung in einem sehr guten Wohnviertel etwa 6000 RMB kalt. Eine vergleichbare Wohnung in einem weniger angesehenen Viertel kostet 1400 RMB. Und manche Leute wohnen für 50 RMB im Monat. 

Bei dem Anblick dieser Scheine kann ich nicht vermeiden, an den Sinn oder Unsinn alles zu zweifeln. Ich versuche zu verstehen, dass einige Leute ganze Tage sehr hart arbeiten für nur einige wenige dieser kleinen für mich fast wertlosen Scheine. 

Eines Tages wollte ich die Strasse überqueren. Ich wurde durch den Anblick eines Mannes abgelenkt. Dieser hatte sehr verdrecktes Gesicht und Kleidung, als ob er in einer Mine den ganzen Tag gearbeitet hatte. Er fuhr ein sehr klappriges Fahrrad und ein kleines Kind versuchte sich auf dem Lenkrad zu setzen, während der Papa bereits losgefahren war. Hinter den beiden ist eine Frau gerannt und hat versucht sich auf dem fahrenden Fahrrad hinten zu setzen. Für den kleinen Jungen schien die Fahrt auf dem Lenkrad das Grösste zu sein. Er freute sich so sehr, dass auch die Eltern herzlich lachen mussten. Und sie fuhren über die Kreuzung und schienen die glücklichsten Menschen zu sein!

Chinesischer Arbeitsplatz – Müsli Schwierigkeiten …

Am ersten Arbeitstag musste ich hauptsächlich Papiere ausfüllen und lesen. So gegen Mittag bin ich dann auf die Toilette gegangen und ich fühlte mich wie in dem einen Märchen, wo der Prinz alle Leute schlafend vorfindet.
Alle chinesischen Kollegen haben tief und fest geschlafen. Viele machen es sich bequem mit einem Kissen, das hier so gut wie jeder am Arbeitsplatz hat, andere lassen den Kopf zur Seite oder nach hinten hängen. 

Da ich nach dem Mittagsessen sehr müde werde und noch kein Kissen habe, versuche ich nur wenig zu essen. Das ist aber in der Firmen Kantine nicht möglich. Die Firmen Kantine ist ähnelt einer Universitätsmensa. Es gibt diese Plastikplatten mit verschiedenen Abteilungen. Das Mittagsmenu kostet 7 RMB (70 Cent) und besteht aus einem Berg Reis und drei Beilagen. Die Beilagen sind Gemüse oder Fleisch Gerichte, die sehr gut zum Reis passen.

Weil mein Magen etwas flau war, wollte ich in den ersten Tagen zu Mittag nur Müsli essen. Ich bereitete zuhause alles vor. Ich kaufte Milch, Müsli, etwas Obst und habe meine eigene Tasse und Schale mit eingepackt. 
Mittags bereitete ich das Müsli und dann fiel mir auf, dass ich keinen Löffel hatte. Ich öffnete alle Schubladen und fand Stäbchen aus Plastik, Stäbchen aus Holz, Stäbchen von den Mitarbeitern und winzige Löffel zum Umrühren des Kaffees aber keinen einzigen Löffel. Ich sprach mit der Sekretärin über mein großes Problem und sie sagte mir, ich muss mir meinen eigenen Löffel in einem Supermarkt kaufen, da in der ganzen Firma keinen Löffel gibt… Nun ja, ich habe dann in einem Kühlschrank einen gefunden, den ich mir dann ausgeliehen habe. 

Opfer der Russisch-Chinesischen Mafia


Meine neue Arbeit ist in Xi’an. Diese Stadt hat aber leider keinen International Airport, sodass man zuerst entweder nach Shanghai, Beijing oder Chengdu fliegen muss. Ich flog nach Beijing und blieb dort bis Sonntag um ein wenig von dieser Stadt zu sehen.

Anfang Juli herrscht in China eine unglaubliche Hitze. Ich fühlte sie zuerst beim aussteigen des Flugzeugs. Die kurze Brücke zwischen Flugzeug und Flughafen war nicht gekühlt, und mein Körper fühlte sich nur seltsam. Ich dachte erstmal die Luft ist so schwer, erst nach ein paar Sekunden habe ich dieses Gefühl mit der Hitze in Verbindung gebracht. Nach wenigen Schritten bin ich im Flughafengebäude angekommen, in dem wieder eine angenehme Kühle herrschte.

Draußen auf der Strasse fühlte ich mich so, als wäre ich in einem Backofen. Von Fuß bis Kopf von Hitze umgeben. Ich kenne nur die Hitze am Meer. Und normalerweise ist es am Meer im Schatten frisch und nur unter der direkten Sonne nehme ich die starken Sonnenstrahlen an meiner Haut wahr. Aber hier in China ist es anders. Die Haut spürt keine brennende Sonne auf der Haut sondern einfach eine rundum heiße Luft.

Bei meinem Besuch der verbotenen Stadt habe ich viele Chinesen unter der Hitze leiden sehen. Sie laufen sehr angestrengt und langsam und manche haben ganz rote Bäckchen.
Ich habe auch etwas gelitten, bin aber trotzdem über vier Stunden in der Anlage geblieben, weil diese einfach so groß ist, und soviel zu sehen anbietet. 

Nach dem langen Besuch bin ich dann rausgegangen, als es anfing leicht zu regnen. Da ich keinen Regenschirm dabei hatte, wollte ich gleich einen Taxi nehmen und zum Hotel zurück fahren. Leider wollte kein Taxi Fahrer dort anhalten. Die leeren Taxis fuhren vorbei und die Besucher der verbotenen Stadt versuchten vergeblich ein Taxi zu nehmen. Irgendwann war der Regen so stark, dass alle in die Unterführung gerannt sind. Es regnete ziemlich heftig. Die Unterführung war nach kürzer Zeit voll und die Regenschirm Verkäufer ließen nicht lange auf sich warten. Irgendwann begannen die Chinesen an der Treppe zu schreien. Darauf hin sind andere Chinesen in der Unterführung Richtung Treppe gelaufen, denn wahrscheinlich wurde schreiend mitgeteilt, dass es aufgehört hatte zu regnen. So bin ich auch raus und versuchte diesmal eine Rikscha zu nehmen, denn auf ein Taxi hatte ich keine Hoffnung mehr. Schlau wie ich bin habe ich zuerst die Fahrerin gefragt, wie viel die Fahrt kostet. „How much“ verstehen doch wohl alle Chinesen. Ich habe verstanden, dass das davon abhängt, wohin ich gehen will, denn sie hob die Schulter und Hände und sagte irgendwas in einem ungeduldigen und gleichzeitig frechen Ton. Ich zeigte die Hotelkarte und sie gab mir zu verstehen, dass die Fahrt 50 RMB kostet (5 Euro). Das ist ziemlich viel für chinesischen Verhältnisse ist. Die selbe Strecke hätte 16 RMB mit dem Taxi gekostet. Aber ich wollte schnell ins Hotel und so stieg ich ein.
Nach mehreren Kurven waren wir dann am Hintereingang des Hotels. Ich gab der Fahrerin ein 100 RMB Schein und merkte dabei, dass Ihre Kruken neben ihrem Sitz waren. Ich fand gut, dass ich mit der Frau gefahren bin, denn erstens bewundere ich solche starke Frauen, die sich das Geld mit solchen nicht ungefährlichen Jobs verdienen, und außerdem ist sie wohl durch Ihren Handikap darauf angewiesen. Sie gab mir ein schönes und neues 50 Schein, welches ich gleich in meiner Tasche einsteckte. Die Frau zeigte mir den Eingang und fuhr wieder weiter.

Am Abend sind wir dann in die amerikanische Kette Sizzlers gegangen, denn Georg wollte ein Steak essen, was in Xi’an nicht einfach zu finden ist. Beim Bezahlen gab ich dem Kellner zwei 100 RMB Scheine und ein 50 Schein. Der Kellner schüttelte den Kopf und sagte etwas auf chinesisch. Georg lachte und fragte mich: „womit zahlst Du denn“. Da zeigte er mir, dass ich russisches Geld hatte. Das 50 Schein war also nicht ein 50 RMB Schein sondern keine Ahnung was, aus keine Ahnung welchem Land…

Georg fragte dann, wo ich mir das hatte andrehen lassen, und nach langem überlegen, kam ich zu dem Schluss, dass es nur von der Rikscha Fahrerin sein könnte, denn sonst hatte ich nichts bezahlt. So bin ich am ersten Tag Opfer der Russisch-Chinesischen Mafia geworden.