Sonntag, 20. Juli 2008

Opfer der Russisch-Chinesischen Mafia


Meine neue Arbeit ist in Xi’an. Diese Stadt hat aber leider keinen International Airport, sodass man zuerst entweder nach Shanghai, Beijing oder Chengdu fliegen muss. Ich flog nach Beijing und blieb dort bis Sonntag um ein wenig von dieser Stadt zu sehen.

Anfang Juli herrscht in China eine unglaubliche Hitze. Ich fühlte sie zuerst beim aussteigen des Flugzeugs. Die kurze Brücke zwischen Flugzeug und Flughafen war nicht gekühlt, und mein Körper fühlte sich nur seltsam. Ich dachte erstmal die Luft ist so schwer, erst nach ein paar Sekunden habe ich dieses Gefühl mit der Hitze in Verbindung gebracht. Nach wenigen Schritten bin ich im Flughafengebäude angekommen, in dem wieder eine angenehme Kühle herrschte.

Draußen auf der Strasse fühlte ich mich so, als wäre ich in einem Backofen. Von Fuß bis Kopf von Hitze umgeben. Ich kenne nur die Hitze am Meer. Und normalerweise ist es am Meer im Schatten frisch und nur unter der direkten Sonne nehme ich die starken Sonnenstrahlen an meiner Haut wahr. Aber hier in China ist es anders. Die Haut spürt keine brennende Sonne auf der Haut sondern einfach eine rundum heiße Luft.

Bei meinem Besuch der verbotenen Stadt habe ich viele Chinesen unter der Hitze leiden sehen. Sie laufen sehr angestrengt und langsam und manche haben ganz rote Bäckchen.
Ich habe auch etwas gelitten, bin aber trotzdem über vier Stunden in der Anlage geblieben, weil diese einfach so groß ist, und soviel zu sehen anbietet. 

Nach dem langen Besuch bin ich dann rausgegangen, als es anfing leicht zu regnen. Da ich keinen Regenschirm dabei hatte, wollte ich gleich einen Taxi nehmen und zum Hotel zurück fahren. Leider wollte kein Taxi Fahrer dort anhalten. Die leeren Taxis fuhren vorbei und die Besucher der verbotenen Stadt versuchten vergeblich ein Taxi zu nehmen. Irgendwann war der Regen so stark, dass alle in die Unterführung gerannt sind. Es regnete ziemlich heftig. Die Unterführung war nach kürzer Zeit voll und die Regenschirm Verkäufer ließen nicht lange auf sich warten. Irgendwann begannen die Chinesen an der Treppe zu schreien. Darauf hin sind andere Chinesen in der Unterführung Richtung Treppe gelaufen, denn wahrscheinlich wurde schreiend mitgeteilt, dass es aufgehört hatte zu regnen. So bin ich auch raus und versuchte diesmal eine Rikscha zu nehmen, denn auf ein Taxi hatte ich keine Hoffnung mehr. Schlau wie ich bin habe ich zuerst die Fahrerin gefragt, wie viel die Fahrt kostet. „How much“ verstehen doch wohl alle Chinesen. Ich habe verstanden, dass das davon abhängt, wohin ich gehen will, denn sie hob die Schulter und Hände und sagte irgendwas in einem ungeduldigen und gleichzeitig frechen Ton. Ich zeigte die Hotelkarte und sie gab mir zu verstehen, dass die Fahrt 50 RMB kostet (5 Euro). Das ist ziemlich viel für chinesischen Verhältnisse ist. Die selbe Strecke hätte 16 RMB mit dem Taxi gekostet. Aber ich wollte schnell ins Hotel und so stieg ich ein.
Nach mehreren Kurven waren wir dann am Hintereingang des Hotels. Ich gab der Fahrerin ein 100 RMB Schein und merkte dabei, dass Ihre Kruken neben ihrem Sitz waren. Ich fand gut, dass ich mit der Frau gefahren bin, denn erstens bewundere ich solche starke Frauen, die sich das Geld mit solchen nicht ungefährlichen Jobs verdienen, und außerdem ist sie wohl durch Ihren Handikap darauf angewiesen. Sie gab mir ein schönes und neues 50 Schein, welches ich gleich in meiner Tasche einsteckte. Die Frau zeigte mir den Eingang und fuhr wieder weiter.

Am Abend sind wir dann in die amerikanische Kette Sizzlers gegangen, denn Georg wollte ein Steak essen, was in Xi’an nicht einfach zu finden ist. Beim Bezahlen gab ich dem Kellner zwei 100 RMB Scheine und ein 50 Schein. Der Kellner schüttelte den Kopf und sagte etwas auf chinesisch. Georg lachte und fragte mich: „womit zahlst Du denn“. Da zeigte er mir, dass ich russisches Geld hatte. Das 50 Schein war also nicht ein 50 RMB Schein sondern keine Ahnung was, aus keine Ahnung welchem Land…

Georg fragte dann, wo ich mir das hatte andrehen lassen, und nach langem überlegen, kam ich zu dem Schluss, dass es nur von der Rikscha Fahrerin sein könnte, denn sonst hatte ich nichts bezahlt. So bin ich am ersten Tag Opfer der Russisch-Chinesischen Mafia geworden.

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