Sonntag, 21. September 2008
Hinter den Kulissen
Es gibt eine berühmte Kneipenstrasse. Fast eine Gasse ist das. Ein Lokal an dem anderen auf jeder Seite der engen kleinen Strasse. Man kann draußen sitzen im Sommer. Dort ist immer was los. Dann gibt es den berühmten Music Man. Dort gibt es Live Musik mit talentierten jungen Musikern. Bekannte Lieder mit chinesischen Texten und Einflüssen. Etwas laut aber gut zum Musikhören. Dann gibt es die Habana Bar in dem Sofitel. Die Bar ist Teil des Hotels. Die Atmosphäre ist entsprechend. Die Kellner sind mit schwarzem Anzug bekleidet und lachen nicht. Das einzigartige an der Bar ist die Band. Die kommt aus Kolumbien und die spielen Salsa, Merengue, lateinamerikanische Musik eben.
Als ich zum ersten mal in die Habana Bar gehe, bleibe ich an der Glaswand stehen. Es sieht aus, wie eine Disko aus den Filmen, oder aus Sex and the city. Die chinesischen Frauen in der Bar sind extrem schick angezogen. Ich denke ich bin mit meiner Jeans und meinen Wanderschuhe überhaupt nicht passend bekleidet. Die Getränke sind sehr teuer. Es gibt sogar Paulaner Bier für 68 Yuen!! Nur für Hotelgäste und für Xi’aner mit Kohle! Die Musik ist gut, die Sänger fördern die Gäste zum tanzen auf, alle tanzen wie verrückt.
Die Sängerin erzählt mir in der Pause, dass die Band Xi’an verlassen wird. Der Manager hat einen Vertrag in einem anderen Hotel in Beijing abgeschlossen. Nur noch einige Wochen in Xi’an, dann geht es nach Beijing. Schade! Ich verspreche noch mal zu kommen um Adieu zu sagen.
Gestern war ich wider da. Wir waren sehr früh da. Um 21:00 Uhr. Wenige Leute und noch keine Band. Zwei extrem hübsche und schicke chinesische Mädchen setzen sich an der Theke. Sonst sind nur noch ein Paar chinesische Männer auch an der Theke. Mit der Zeit füllt sich die Bar. Diesmal fast nur chinesische Gäste. Die Band singt, aber trifft nicht ganz die Töne. Wir tanzen ein bisschen. Eins der hübschen Mädchen an der Bar verschwindet mit einem chinesischen Gast, das ebenfalls früh angekommen war und an der Theke ihr gegenüber saß. In der Pause spreche ich mit der Sängerin. Sie und der Sänger haben Halsschmerzen. Und was machst Du in der Golden Week frage ich. Sie weißt nichts von den drei National Feiertagen der golden Week und erzählt mir, sie wird wie immer sechs Tage die Woche arbeiten, wie sonst alle anderen Wochen auch. Sie erzählt mir auch, dass sie Schlafprobleme hat. Sie nimmt Schlaftabletten, kann aber trotzdem nicht einschlafen. Auch dass sie erst in Dezember 2009 Urlaub haben wird erzählt sie mir, und dass ihnen eigentlich fünfzehn Urlaubstage für dieses Jahr versprochen dann aber verweigert wurden. Und freust Du Dich auf Beijing? Ich weiß noch nicht, sagt sie. Dort müssen sie vier Runden spielen. In Xi’an spielen sie nur drei. >>Aber in Dezember 2009 haben wir Urlaub!<<.
Mittwoch, 17. September 2008
Echt oder Attrappe II




Nach dem Steinwald sind wir zur nächsten Attraktion gefahren. Eine durch einen Fluss entstandene Höhle. Der Eingang erinnerte mich an die Partnach Klamm bei Garmisch Partenkirchen. Nur es wurde sehr schnell sehr dunkel, denn der Fluss fließt unter dem Berg. Noch vor dem Eingang in die eigentliche Höhle waren einige Meter über dem Fluss sehr schöne Regenbogen aehnliche Lichter zu sehen. Leicht blau, leicht gruen, leicht rosa. Pah! Wir laufen weiter und die Lichter wurden staerker und staerker. Dem Regenbogen nicht mehr so ähnlich. Etwas weiter unter der Erde, unter einer Holzbrücke war dann eine grösse rote Neon Rohre fast gut versteckt.
Echt oder Attrappe I


Das Bild wurde in einem neuen Park von Xi’an aufgenommen. In dem künstlich angelegten See gibt es ebenso künstlich angelegte Wasserfälle und Steinwände, wie auf dem Bild. Nur die Steine sind auch keine echte, von irgendwoher gebrachte Steine. Siehe zweites Bild.
In den Bergen bei Xi’an, sind die Baumstämme rechts und links der Wanderwege ebenso nicht echt sondern aus Plastik.
Als ich dann in dem „Steinwald“ bei Kunming war, welcher eine ganz besondere und seltene Natur Landschaft ist, kann ich nicht anders als zu zweifeln ob die Steine echt sind. Nicht nur mir geht es so. Georg fragt, ob der Vögel auf dem Stein echt ist, denn der stand unbeweglich lange Zeit da.
Alles war nicht nur echt sondern auch beeindruckend. Die Landschaft tut uns sehr gut.Die Luft ist gut! Klares Himmel und Sonnschein. Die Gegend liegt in etwa 2000 m über das Meer. Es regnet häufig und die Erde ist orange farbig fast rot. Viele Pflanzen, Vögel, Schmetterlinge, sogar wilde Enten und Frosche! Spinnen gab es auch. Einige der Spinnen waren sogar sehr schön. Oder besser gesagt die Farben ihrer Körper!
Unterhaltungen

Vor ein Paar Wochen bekam ich per eMail eine lustige Präsentation mit dem Namen “Only in this part of the world”. Eins der Bilder zeigte ein gut besuchtes Schwimmbad in China. Die anderen Bilder zeigten z.B. einen auf dem Strand liegenden nackten Mexikaner mit einem Hut über seinen Kopf und einem Hut über seiner Männlichkeit. Ich fand das lustig und schickte es weiter zu einigen meiner chinesischen Kollegen.
Heute unterhielten wir uns u.a. über Japan. Ein Kollege meinte, die haben genauso wie China sehr viele Leute. Japan habe ein zehntel der Bevölkerung Chinas aber viel weniger als ein Zehntel der Fläche. Also habe Japan mehr Einwohner pro Quadratmeter als China. Er fügte hinzu: Ich verstehe nicht, warum es nur Bilder über volle chinesische Schwimmbäder gibt, aber kein Bild über so was in Japan?!
* * * * *
Norma, weißt Du von dem großen Ereignis, das in diesen Tagen unsere Gesellschaft bewegt?
Großes Ereignis dieser Tagen? Nein, ich weiß von nichts. Erzähl mal.
Mein Kollege begann mit dem magischen Wort Milch.
Ich unterbrach ihn. Ach so, ich weiß, was Du meinst.
Mein Vater hatte mir vor kurzem eine eMail geschickt, mit einem Ausschnitt aus der kolumbianischen Zeitung. Es wurde von Säuglingen berichtet, die durch Milchpulver schwer erkrankten. Die Kinder sollen innerhalb kurzer Zeit Nierensteine entwickelt haben. Wie ich von der Nachricht erfuhr erzählte ich nicht.
Mein Kollege war entsetzt über diese Nachricht und erzählte mir, er kaufe seitdem keine Milchprodukte mehr. Er fragte mich dann: Meinst Du so was passiert in anderen Orten dieser Welt?
Montag, 8. September 2008
Little Bush, old Bush
Amerika Mei guo
Dollar Mei yuan
George H. W. Bush Lao Bu Shi (old Bush)
George W. Bush Xiao Bu Shi (little Bush)
Mc Donalds Mai dan lao
Einsame Orte – Ein schlechtes Omen
Als ich gestern ankam hat mich als erstes der Preis gewundert. Nur 30 statt 40 Yuen. Dann waren Umkleidebereich und Duschen so gut wie leer. Ich musste nicht wie sonst lange warten um zu duschen. Im Schwimmbecken konnte ich erstmal nicht glauben, dass es so leer war. Mehr als 10 Leute waren nicht da. Ich konnte mir sogar eine von zwei Bahnen aussuchen, die ganz leer waren. Pa! Was ein Luxus! Ich kann heute 50 m schwimmen! Ich freute mich sehr und begann meine Runden. Kurze Zeit später begann ich jedoch mir Sorgen zu machen. Das ist nicht normal! Dachte ich mir. Ob es an der Uhrzeit liegt? Aber so früh ist es um 12:30 gar nicht.
Wo bleiben die 200 – 300 hundert Besucher, die sonst immer Samstag kommen? Dass von den 6 Millionen Einwohner gerade mal 10 hierher kommen ist sehr seltsam.
Möglicherweise stimmt etwas nicht mit dem Schwimmbad. Vielleicht hat sich durch Mundpropaganda eine schlechte Nachricht verbreitet, dass man Hautausschläge bekommt oder was weiß ich?! und nur ich hab das nicht mit bekommen… könnte sein.
Vielleicht sind die anderen Besucher auch keine Chinesen? Ich mache eine kurze Pause bis ein Paar Bahnen neben mir ein junger Mann den Kopf hebt und aus dem Schwimmbecken spuckt. Immerhin spuckt er nicht ins Schwimmwasser. OK! Es scheint, es sind doch Chinesen hier. Ich versuche die Einsamkeit genauso wie die gelben Flecken im Boden und die seltsamen weißen Flecken an der Wand auszublenden und denke mir, dass der Sport mir gut tun wird. Dass ein leeres Schwimmbecken mich beunruhigen würde hätte ich mir nicht gedacht.
Am nächsten Tag frage ich eine der Kolleginnen, die regelmäßig schwimmen geht, warum das Schwimmbad so leer war. Sie sagt die Heizung für das Wasser war defekt. Das Wasser war kalt! Nur 25 Grad Celsius!
Sonntag, 7. September 2008
Ausgebeutelt
Dass die Leute in China sich einiges gefallen müssen wusste ich. Aber dass man auch Europäer versucht auszubeuten war mir neu. Immer hin muss man sich im klaren sein, dass nicht viele sich bis nach Xi’an verlaufen… und ein ‚Nativ Speaker’ lässt sich schlecht ersetzen. Aber versuchen kann man es ja. Ich fand auch die Bezahlung nicht berauschend. Achtzig Yuen (acht Euro) pro Stunde. Ich bezahle sechzig für eine Stunde chinesisch Unterricht.
Als ich dann abends den Georg davon erzähle sagte er mir, erstens bezahle ich meine chinesisch Lehrerin zu viel und zweitens achtzig Yuen pro Stunde sind gar nicht so schlecht. Er sagte dann: Rechne mal, sie verdient mehr als Du.
Samstag, 6. September 2008
High Tech Communication
Ich verstehe auch immer besser das englisch der Chinesen. Man muss wissen, dass die ‚r’ einfach verschluckt wird:
Aiving training heißt Driving Training. (genau das Gegenteil von Spanischsprechenden. Wir sagen Drrraiving Trrenning…)
Oft wird ein ‚n’ wie ein ‚l’ ausgesprochen, also ilof heßt enough ;) ali heißt any u.s.w.
Exit wird wie exist ausgesprochen.
Schwierig ist die Unterscheidung von Verben und Adjektiven oder Nomen, also oft wird finish statt finished verwendet.
Auf der anderen Seite ist für meine Kollegen auch schwierig aus trii three zu verstehen, denn ich habe ja ein spanischen Akzent, ich spreche a, e, i, o und u wie im spanischen auch. Bei mir klingt lucky also lucky und nicht lə-kē und so weiter und so fort…
So müssen wir oft beim unterhalten auf Software Tools zugreifen.
Meine Kollegen nutzen Power Word. Power Word ist ein chinesisch-englisch, englisch-chinesisch Übersetzungstool. Ähnlich wie Leo.org. Der Unterschied ist nur, dass man die Eingabe umschalten kann bzw. muss (Shift + Space).
Im Chinesischen Modus tippt man zum Beispiel ‚xi’ ein und power word listet alle chinesischen Zeichen, die mit ‚xi’ an fangen, also xing, xie , … Mit den Pfeiltasten kann dann ein Zeichen gewählt werden.
Letztens haben wir über Essen gesprochen. Ich tippte bei Leo.org Ochsenfrosch ein. Dann tippte ich in PowerWord das Ergebnis: Bullfrog ein. Power Word zeigte mir die chinesischen Charakter dafür 牛蛙. Und siehe da, das chinesische Zeichen für Rind 牛 ist dabei! Ich zeigte die chinesischen Zeichen zu meinem Kollegen und fragte ob er das kennt. Mein Kollege tippte irgendwelche chinesische Zeichen in PowerWord ein. PowerWord zeigte ‚specialty’. Mein Kollege sagte dann: „Very delicious! A specialty!“



