Freitag, 31. Oktober 2008

weil es so schön ist





Auf die Gefahr, dass ich mich wiederhole oder eindringlich wirke. Ich poste wieder Fotos vom Himmel über Xi’an . Diesmal aus der Terrasse der Firma, also aus dem 6. Stockwerk. Die Fotos habe ich am Donnerstag gemacht, nachdem ich mit meinem Gemüt ziemlich zu kämpfen hatte. Ich dachte mir, ich soll irgendwas aus so einem grauen Tag machen. So fragte ich die Sekretärin, ob sie eine Kamera hätte. Ich ging auf die Terrasse und knipste. Heute ist Samstag und die Sonne scheint wieder, Gott sei dank! Ich habe ausgeschlafen und trinke guten kolumbianischen Kaffee. Ich schaue mir die Bilder von Donnerstag und muss staunen. Sie wirken fast nicht echt. Hätte ich sie nicht selber gemacht… Die Fotos mit besseren Sicht sind nur ein Paar Wochen alt.

Dienstag, 28. Oktober 2008

Montag, 27. Oktober 2008

Der Himmel über Xi'an




Ein Paar Bilder vom Himmel. Das zweite und dritte Bild (von meinem Fenster aus) zeigen meine Nachbarschaft. Einmal bei durchschnittlichem Wetter und einmal bei schönem Wetter. Das erste Bild wurde von der Wildgans Pagode aufgenommen.

Xi'an sieht gleich viel schöner aus bei blauem Himmel! Am Wochenende, an dem die Olympischen Spiele in Beijing eröffnet wurden war der Himmel über Xi'an besonders sauber und schön. Ob das Zufall war oder nicht, kann ich nicht sagen. Einige Leute sagen, Kraftwerke und Fabriken seien fuer kurze Zeit geschlossen worden. Ich weiß nur, dass an dem Wochenende ziemlich viele Leute nicht im Haus bleiben wollten. Wir machten auch einen Ausflug in die Hausberge. Die Aussicht war schön! Die chinesische Kollegin, die dabei war sagte, sie weißt nicht mehr, wann der Himmel zum letzten mal so schön gewesen ist.

Sonntag, 19. Oktober 2008

Real Love

So heißt ein beliebtes Restaurant im siebten Stockwerk eines modernen Gebäudes in Xi’an.
Wenn man dort isst, bekommt man Gutscheine für das „Real Love Shower“. Was macht man da, fragten wir eine Chinesin, die die Gutscheine fleißig gesammelt hat. „Take a bath!“ war die Antwort. Aha…
Letzten Donnerstag war ich mit meiner österreichischen Kollegin und einer Bekannte aus Deutschland im Real Love Baden. Wenn man rein geht, (Männer und Frauen getrennt) muss man die Schuhe ausziehen. Man bekommt Badelatschen und einen Schlüssel für ein Schließfach. Ein winziges Handtuch bekommt man auch. Man zieht sich aus und geht ins Badebereich. Es gibt drei Becken alle mit heißem Wasser. Ein Becken hat auch noch Wasserstrahlen um sich mit Wasser massieren zu lassen. Ein Dampfbad gibt es auch. 
Die Kollegin sagt, das Becken mit dem leicht rötlichen Wasser soll die Haut weiß machen. Da wollen wir nicht rein. Alles andere probieren wir aus.
In einem großen Raum liegen die Frauen auf schmalen Liegen währen sie von anderen Frauen abgeschrubbt werden. Im Raum neben an werden die Frauen noch mit „irgendwas“ eingerieben. Es gibt eine Tafel mit Preisen. Das billigste kostet 5 Yuen, dann kommt irgendetwas für 30 Yuen, dann was für 55 Yuen… Die Kollegin meint, das Abschrubben koste 5 Yuen. Sie meldet uns an und innerhalb von 10 Minuten sind wir dran. Die Frau, die mich bedient bringt einen neuen Handschuh und sagt mir, der kostet 5 Yuen. OK, sage ich. Sie wäscht die Liege und deckt sie mit einer neuen Plastikfolie. Dann muss ich mich hinlegen. Sie fängt mit dem Gesicht an und schrubbt mich besonders gründlich ab. Ich musste mich auf jeder Seite legen, dann auf dem Bauch, dann die Arme hoch heben, … Sie rieb und rieb und ich weiß nicht, wie lange ich da lag. Dann wurden wir abgeduscht und dann fragte sie uns, ob wir Milch oder Honig gerne hätten. Wir entschieden uns für Honig. Wir mussten uns wieder hinlegen, auf jeder Seite und auf dem Bauch, bis wir überall mit Honig beschmiert waren. Sieben Minuten einwirken lassen! Sagte sie. Nach den 7 Minuten waren wir dann fertig und es war auch schon 23:00 Uhr. Nach der Dusche bekamen wir Badetücher und Pyjamas. Auf dem Ruheraum tranken wir ein Bier und erst kurz vor 24:00 waren wir draußen. 

Was sind Sie von Beruf?

Inzwischen habe ich regelmäßig Chinesisch-Unterricht. Zuerst hatte ich nur einmal in der Woche Unterricht. Meine Lehrerin ist aber der Meinung, dass man eigentlich täglich lernen müsste, sie hat zur Zeit auch nicht so viele Schüler und sie könnte mich jeden Tag eine Stunde unterrichten…
Jedes mal wird Aussprache geübt. Ich muss vorlesen und sie korrigiert mich, oder sie liest vor und ich muss aufschreiben was sie gesprochen hat. Bei diesen Übungen geht es nur darum die Konsonanten zu unterscheiden oder die verschiedenen Tonen.
Für meine an die einfache Spanische Sprache gewohnten Ohren klingt zum Beispiel qi genauso wie xi, oder zheng genauso wie sheng und cheng. Dann muss man noch Zeichen lernen! Die setzen sich aus sogenannten Strokes und die Reihenfolge ist sehr wichtig! Wenn da noch Zeit bleibt, lernt man noch ein oder zwei neue Wörter dazu.
Die Namen für Obst und Gemüse konnte ich mir nicht merken… meine Lehrerin hat es wirklich versucht, dann hat sie aber das Thema gewechselt. Für die Namen der Familienmitglieder hatte ich mehr Talent, uff! Und auch die Namen einiger Berufe konnte ich mir merken. Nur nicht mein eigener Beruf, denn Ingenieur setzt sich im chinesischen aus drei Silben: gong cheng shi, die ich immer in der Reihenfolge durcheinander bringe.
Aber ein bisschen was bleibt hängen. 
Letztens erwischte ich wieder einen Taxifahrer, der sich nicht auskannte… Ich sagte ihm, Gaoxin Liu Lu (6th Gaoxin Road). Der Taxifahrer fuhr los. Er wog nicht nach rechts ab, sondern fuhr gerade aus weiter. Ich dachte er weißt was er tut, bis er die letzte Möglichkeit nach rechts abzubiegen verpasste… „Rechts“ sagte ich. (Ich kann ja nur rechts, links, gerade aus und anhalten sagen). Er fragte mich wahrscheinlich, wie er dahin kommt… ich konnte ihm leider nur zweierlei sagen: „rechts“ & „Gaoxin liu lu“. Er fragte mich weiter und wurde jedes Mal etwas lauter. Ich verstand trotzdem nichts und zeigte ihm mit den Händen, er solle zurück fahren. Er tat das, redete aber ungeduldig weiter. Da fiel mir den Satz vom letzten Unterricht ein: „Ni zuo shenme gonzuo“ Was sind Sie von Beruf? 
Er hat erst mal nichts gesagt, dann aber etwas gelacht und in einem weniger genervten Ton weiter geredet. Mit meinen drei Wörter lotste ich ihn zum Ziel. 
Später sagte man mir aber, das sei gar nicht höflich gewesen. Chinesen sind nicht so dirket, insbesondere wenn es darum geht, etwas negativ auszudrücken. Man muss alles durch die Blume sagen. Ich werde meine Lehrerin fragen, wie man auf Chinesisch fragt: Ist heute ihr erste Tag als Taxifahrer? Oder, Sind sie neu in der Stadt?  

Sonntag, 12. Oktober 2008

Auf Kur in Japan

Während der goldenen Woche haben wir Xi’an verlassen und sind nach Japan geflogen. Die Paar Tage in Japan waren wie eine Erholungskur!
Bereits im Flughafen in Shanghai begann der Kulturschock. 
Menschen (Japaner) standen Schlange! Japan ist nicht gerade ein einsames Fleckchen, aber durch die gute Organisation und Ordnung kommt man immer gut voran. Auf dem Boden sind Pfeilen angezeichnet und die Menschen halten sich daran! Nirgends gab es Chaos oder Lärm. In den 9 Tagen in Japan habe ich nur zwei Mal hupen gehört.

Pünktlich ohne Hektik!

Beim Bus steigt man hinten ein und vorne aus. Man bezahlt beim Aussteigen. Als wir aussteigen müssen werde ich nervös, weil ich meine Fahrkarte nicht finde. Ich will ja nicht eine Verspätung verursachen!!! Ich finde endlich meine Karte, merke aber dann, dass die Leute ganz langsam aussteigen. >>Domo arigato gozaimas!<<. Der Busfahrer nimmt die Fahrkarten und bedankt sich bei jedem Fahrgast. Die älteren Damen stehen ohne Hektik auf und steigen aus.  In Kyoto stehen wir auf einer kleinen Strasse und schauen auf die Karte. Wir blockieren die enge Strasse. Ein Auto blieb neben uns stehen. Der Fahrer entschuldigte sich bei uns und sagte er muss in die Strasse einbiegen, in der wir gerade stehen. Danach im Bus stehen zwei Schulmädchen auf, damit ein älterer Herr sich hinsetzen kann.  

Jeder Tag ist ein guter Tag

Nach der Ankunft führte uns mein Schwager in ein Sushi-Lokal. Ich saß am Fliessband und betrachtete die kleinen Teller mit Sushi. Irgendwie konnte ich nicht los legen mit dem Essen! Georg fragte seinen Bruder, - Ist es hier alles sicher und unbedenklich? – Ja! Kein Problem! Was für eine Frage! Entschuldigung, aber wir kommen ja aus China! Da muss aufgepasst werden! Es gelang mir doch einiges an Sushi zu verschlingen! Auf dem Weg nach Hause sah ich mich an einem Spiegel: ich hatte rote Beckchen! Ich fühlte mich warm und rundum zufrieden. Das gute Essen hatte gut getan! 
Am nächsten Tag probierten wir was anderes aus. Unser Schwager bestellte in einem Grill-Restaurant so gut wie die halbe Speisekarte. Zuerst kam gegrillter Käse mit geraspeltem etwas oben drauf. Dann kamen kleine Pinchos mit verschieden mariniertem Fisch und Fleisch. Dann kam eine schwarze Schale mit Reis und Pilzen. Nach wenigen Minuten waren alle Teller leer. Eigentlich waren wir satt, aber wir wollten was um den Magen zu schließen. Mein Schwager bestellte noch mal. Weitere Pinchos kamen und verschwanden. Noch mal so eine schwarze Schale, aber diesmal mit Aal. Dann kam eine sehr lange Wurst mit einer Schere zum abschneiden. Die Reisbällchen waren aber dann doch zu viel. 
An jedem Tag gab es was leckeres. Wir liefen durch die kleinen Strassen Kyoto’s und probierten was lecker aussah. Windbeutel mit Grüntee Eis gefüllt. Kleine dünne Pfannkuchen mit süßer Füllung, Tofu Spiesschen, Brownies mit Grüntee Streifen …Plätzchen mit verschiedenen Formen und Füllungen. Am vorletzten Abend haben wir im Shabu Shabu Restaurant Unmengen von hauch dünnen Fleischstreifen in Unmengen von Sojamilch gegart und dann gegessen. Am aller letzten Abend gab es Tempura. Alle mögliche Gemüse und Fleisch und Fisch in einer leckeren Panade.  

Fremdsprachen üben

In Kyoto sind wir in vielen kleineren Tempel und Schreine gewesen aber natürlich auch in den bekannteren Tempel. Der Kinkaju-ji Tempel wurde Weltkulturerbe erklärt und ist entsprechend ein sehr beliebtes Ziel für Touristen. Wir waren an einem Werktag dort und trafen viele Schulklassen vor Ort. Die Kinder liefen durch die Anlage, hörten hier und da den Lehrer zu und machten Notizen. Wir waren am See, am Ort mit der besten Sicht. Georg merkte wie zwei Schulmädchen uns immer näher kamen. Sie fragten auf englisch, ob sie uns ein paar Fragen stellen dürften.  Ja, klar, But only if you do not read!, sagte Georg und bedeckte mit einer Hand das Blatt mit den Fragen. Das Mädchen wurde ganz rot und bekam nichts über die Lippen. Ich nahm Georg's Hand weg und das Mädchen traute sich dann wieder. Sie wollte nur wissen, woher wir kommen, und was uns in Japan am besten gefällt. das war alles. Thank you very much! This is for you!, sie gab mir als Dankeschön einen in schönem Japanpapier gefalteten Frosch.

Das allerbeste 

Ich bin nach Japan am Tag meines Geburtstags geflogen. Als wir nach der langen Reise in der Wohnung meines Schwagers angekommen sind, war es schon nach 19:00 Uhr. Mein Schwager bat uns darum leise zu sein, denn die Kinder schlafen schon. In der Wohnung angekommen haben wir unsere Schuhe am Eingang ausgezogen und das Gepäck im Gästezimmer deponiert. Kein Licht brannte, es war still. Dann hieß es wir können ins Wohnzimmer gehen. Ich ging leise und machte die Tür zum Wohnzimmer auf. Von unter dem Tisch krochen die kleinen Süßen und die Mama und alle fingen an ‚Happy birthday’ zu singen! Das Licht ging an und auf dem Tisch war eine schöne Torte! Die kleine Clara sagte,  das Geburtstagskind muss die Torte schneiden! gleich danach sagte sie dann: das Geburtstagserwachsene muss die Torte schneiden!