Bereits im Flughafen in Shanghai begann der Kulturschock.
Menschen (Japaner) standen Schlange! Japan ist nicht gerade ein einsames Fleckchen, aber durch die gute Organisation und Ordnung kommt man immer gut voran. Auf dem Boden sind Pfeilen angezeichnet und die Menschen halten sich daran! Nirgends gab es Chaos oder Lärm. In den 9 Tagen in Japan habe ich nur zwei Mal hupen gehört.
Pünktlich ohne Hektik!
Beim Bus steigt man hinten ein und vorne aus. Man bezahlt beim Aussteigen. Als wir aussteigen müssen werde ich nervös, weil ich meine Fahrkarte nicht finde. Ich will ja nicht eine Verspätung verursachen!!! Ich finde endlich meine Karte, merke aber dann, dass die Leute ganz langsam aussteigen. >>Domo arigato gozaimas!<<. Der Busfahrer nimmt die Fahrkarten und bedankt sich bei jedem Fahrgast. Die älteren Damen stehen ohne Hektik auf und steigen aus. In Kyoto stehen wir auf einer kleinen Strasse und schauen auf die Karte. Wir blockieren die enge Strasse. Ein Auto blieb neben uns stehen. Der Fahrer entschuldigte sich bei uns und sagte er muss in die Strasse einbiegen, in der wir gerade stehen. Danach im Bus stehen zwei Schulmädchen auf, damit ein älterer Herr sich hinsetzen kann.
Jeder Tag ist ein guter Tag
Nach der Ankunft führte uns mein Schwager in ein Sushi-Lokal. Ich saß am Fliessband und betrachtete die kleinen Teller mit Sushi. Irgendwie konnte ich nicht los legen mit dem Essen! Georg fragte seinen Bruder, - Ist es hier alles sicher und unbedenklich? – Ja! Kein Problem! Was für eine Frage! Entschuldigung, aber wir kommen ja aus China! Da muss aufgepasst werden! Es gelang mir doch einiges an Sushi zu verschlingen! Auf dem Weg nach Hause sah ich mich an einem Spiegel: ich hatte rote Beckchen! Ich fühlte mich warm und rundum zufrieden. Das gute Essen hatte gut getan!
Am nächsten Tag probierten wir was anderes aus. Unser Schwager bestellte in einem Grill-Restaurant so gut wie die halbe Speisekarte. Zuerst kam gegrillter Käse mit geraspeltem etwas oben drauf. Dann kamen kleine Pinchos mit verschieden mariniertem Fisch und Fleisch. Dann kam eine schwarze Schale mit Reis und Pilzen. Nach wenigen Minuten waren alle Teller leer. Eigentlich waren wir satt, aber wir wollten was um den Magen zu schließen. Mein Schwager bestellte noch mal. Weitere Pinchos kamen und verschwanden. Noch mal so eine schwarze Schale, aber diesmal mit Aal. Dann kam eine sehr lange Wurst mit einer Schere zum abschneiden. Die Reisbällchen waren aber dann doch zu viel.
An jedem Tag gab es was leckeres. Wir liefen durch die kleinen Strassen Kyoto’s und probierten was lecker aussah. Windbeutel mit Grüntee Eis gefüllt. Kleine dünne Pfannkuchen mit süßer Füllung, Tofu Spiesschen, Brownies mit Grüntee Streifen …Plätzchen mit verschiedenen Formen und Füllungen. Am vorletzten Abend haben wir im Shabu Shabu Restaurant Unmengen von hauch dünnen Fleischstreifen in Unmengen von Sojamilch gegart und dann gegessen. Am aller letzten Abend gab es Tempura. Alle mögliche Gemüse und Fleisch und Fisch in einer leckeren Panade.
Fremdsprachen üben
In Kyoto sind wir in vielen kleineren Tempel und Schreine gewesen aber natürlich auch in den bekannteren Tempel. Der Kinkaju-ji Tempel wurde Weltkulturerbe erklärt und ist entsprechend ein sehr beliebtes Ziel für Touristen. Wir waren an einem Werktag dort und trafen viele Schulklassen vor Ort. Die Kinder liefen durch die Anlage, hörten hier und da den Lehrer zu und machten Notizen. Wir waren am See, am Ort mit der besten Sicht. Georg merkte wie zwei Schulmädchen uns immer näher kamen. Sie fragten auf englisch, ob sie uns ein paar Fragen stellen dürften. Ja, klar, But only if you do not read!, sagte Georg und bedeckte mit einer Hand das Blatt mit den Fragen. Das Mädchen wurde ganz rot und bekam nichts über die Lippen. Ich nahm Georg's Hand weg und das Mädchen traute sich dann wieder. Sie wollte nur wissen, woher wir kommen, und was uns in Japan am besten gefällt. das war alles. Thank you very much! This is for you!, sie gab mir als Dankeschön einen in schönem Japanpapier gefalteten Frosch.
Das allerbeste
Ich bin nach Japan am Tag meines Geburtstags geflogen. Als wir nach der langen Reise in der Wohnung meines Schwagers angekommen sind, war es schon nach 19:00 Uhr. Mein Schwager bat uns darum leise zu sein, denn die Kinder schlafen schon. In der Wohnung angekommen haben wir unsere Schuhe am Eingang ausgezogen und das Gepäck im Gästezimmer deponiert. Kein Licht brannte, es war still. Dann hieß es wir können ins Wohnzimmer gehen. Ich ging leise und machte die Tür zum Wohnzimmer auf. Von unter dem Tisch krochen die kleinen Süßen und die Mama und alle fingen an ‚Happy birthday’ zu singen! Das Licht ging an und auf dem Tisch war eine schöne Torte! Die kleine Clara sagte, das Geburtstagskind muss die Torte schneiden! gleich danach sagte sie dann: das Geburtstagserwachsene muss die Torte schneiden!

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