Samstag, 31. Januar 2009

Dschungelstadt Bangkok

Der Abflug von Koh Samui war so was von entspannt! Keine Sicherheitskontrollen und der Flughafen ist ja so schön, dass man sich noch im Urlaub fühlt. In Bangkok angekommen müssen wir schauen, wie wir in die Stadt und in unser Hotel kommen. Wir nehmen ein Taxi und bezahlen nach Taximeter. Drei Viertel der Strecke verlaufen recht schnell. Im letzten Stuck stehen wir sehr, sehr lange an einer Kurve einige 100 Meter vor dem Hotel. Am Abend erkünden wir laufend die Gegend. Wir laufen an unzählige Verkäufer von Essen oder Souvenirs. Plötzlich sehe ich am Bürgersteig etwas großes schwarzes, dass ich nicht gleich zuordnen kann. Ein paar Schritte weiter kann ich meine Augen nicht glauben. Ein Elefant steht mitten auf dem Bürgersteig. Äh??? Was macht ein Elefant hier? Ich komme dem etwas ängstlich näher. Darf ich ihn anfassen? Ich streichele ihn auf dem Kopf. Der Elefant währt sich gar nicht. Ein Junge sagt, ich darf ihn füttern. Ich kann bei ihm das Essen kaufen. Für 50 Baht kaufe ich eine Tüte mit kleinen Stückchen Sellerie. Der Elefant reicht mit seinem Rüssel nach mir. Als alle Stücke aufgegessen waren, gingen wir weiter. Die nächsten Begegnungen waren auch unvergesslich, wenn auch anderer Natur. In einem Menschengetümmel zwischen Verkaufstände in der Mitte der Strasse und Bars rechts und links der Strasse werden wir von Männern angesprochen. Bewaffnet mit einem kleinem Zettel, in dem ich beim ersten Blick nur die erste Zeile lesen kann: Pussy Ping Pong Show. Ähh?? Ich las noch mal, um sicher zu stellen, ich hatte richtig verstanden. Das war der Moment, in dem ich mich geoutet habe. Als ‚gerade angekommen’ und noch nie diese Liste gesehen… Der Man, ein richtiger Geschäftsmann erkannte das! No money! No money! You can look 2 minutes for free! Hm… es gibt nichts umsonst im Leben! Wir sagen, nein danke und liefen nach ein Paar Schritten in die Armen des nächsten… „Ping pong show!“ No money! Ich versuchte unauffällig die Liste zu lesen. Auf den ersten Zeilen stand immer das Wort Pussy. In der vorletzten Zeile stand was von lesbian show und in der letzten Zeile etwas von man and woman show. Nie war ein Preis dabei…
Man könnte durch die Türen in die Bars reinschauen. Viele Mädchen in weiß blau kariertem Badeanzug standen auf der Bühne und tanzten etwas gelangweit zur lauten Musik. Vielleicht ist es zu früh und es sind noch fast keine Kunden. Die nächste Kneipe, Mädchen mit extrem kurzem Rock und weißem Hemd ebenfalls tanzend aber noch nicht so richtig in Stimmung. Wir laufen weiter und biegen nach rechts ein. Ein junger Mann sagt zu mir, only for gays! Verunsichert bleibe ich stehen, bis kurz danach von allen Seiten ich gerufen werde. Go go boys, lese ich auf einem Schild. Ein junger Mann lädt mich mit den Armen darein. Weiter vorne warten einige gleich angezogene Jungs auf Kunden. Alle mit kurzer babyblauer Hose und weißem Unterhemd. Auf der Suche nach einer etwas normalerer Kneipe um was zu trinken, gehen wir an eine Strasse vorbei, in der alles auf Japanisch steht. Hübsche Frauen mit ‚Schuluniform’ sitzen und rufen auf Japanisch.
An der größeren Strasse finden wir eine Kneipe, in der es so aussieht, als könne man dort nur was trinken. Wir sitzen mit Blick auf ‚the pink panther’. Erschöpft fahren wir mit dem Tuck Tuck ins hotel zurück.

Es heißt Bangkok sei bedeckt von einer riesigen Smog Wolke. Die Sonne blicke nur selten durch. Entsprechend ging ich am ersten Morgen raus auf die Strasse. Ohne Sonnenschütz und ohne Hut oder Cape. So gegen elf Uhr war der Himmel aber blau und die Sonne schien recht stark. Ich habe nicht gefragt, ob dies ein eher guter und seltener Tag war, aber ich fand es war ein verdammt gutes Wetter.
Wir nahmen die Fähre um auf die andere Seite des Flusses zu kommen. Auf dem Fluss bewegte sich das Wasser mehr als an der Küste von Koh Samui. Viele Bote mit Touristen und viele Fähren. Pflanzen auf dem Wasser schwimmend und dann der Kontrast zwischen einfachste Holzhütte direkt neben einem Luxus hotel.






Die Stadt hat eine sehr interessante Hochbahn. Zwischen den Hochhäusern gehen die zweistöckigen Spuren für die Bahn. Ein richtiges Beton Dschungel. An einigen Stellen sind es sogar drei Stockwerke, denn es gibt einen sogenannten ‚Sky Walk’. Man kann also unter der Hochbahnspur aber über der Strasse laufen. Rechts und links, wo man hinschaut, riesige Bäume und Palmen und die sonst so tropische Vegetation, die sich von den Betonbauten nicht verdrängen lassen will. Immer wieder findet man kleine oder große Schreine. Kleine Schreine sind fast überall. Vor den Hotels oder Geschäften oder auch mal in dem Garten eines Hauses. Die großen Tempel sind wie sonst alles in Thailand durch die Farbenpracht beeindruckend, aber auch durch die Gerüche und Klänge. Man kann das Gebet durch Gesang und Tanz begleiten lassen. Blumen, Obst, Elefanten aus Holz, Geld und natürlich Räucherstäbchen werden geopfert. Es ist ein seltsames Gefühl in so eine moderne Konstruktion zu laufen, aber zu allen Seiten von Pflanzen und Vögel umgeben. Die Sonne scheint, es ist heiß, tropisch und ab und zu riecht es nach Weihrauch.






Die Tuck Tucks sehen ganz schon niedlich aus. Man verbindet mit denen gleich ganz viel Romantik. Bis man mit denen fährt… die Teile haben einen riesigen Motor der auch ordentlich krach macht. Wir standen wieder einige 100 Meter vor dem Hotel auf der Schnellstrasse mit dem Tuck Tuck. Als wir ausstiegen rauschten die Ohren und wir rochen nach den Abgasen des Tuck Tucks. Aber für eine kurze Strecke macht es trotzdem Spaß. Die nächste Fahrt war dann mit dem Motorradtaxi. Uff! Ich fragte zuerst was es kostet. 40 Baht. Ok, ist gut! Ich stieg ein und hielt mich hinten fest. Der Motorradfahrer fuhr in die Parkanlage eines Hochhauses ein. Dann gelangten wir irgendwie auf die andere Seite des Blocks, also auf die Parallelstrasse. Wieder auf der Strasse schlängelten wir durch die stehenden Autos. Der Tachometer zeigte auf 20. Die Ampel wechselte auf grün und wir waren ganz vorne, sozusagen an der Pol Position… da konnte der Motorradfahrer beschleunigen und ich packte mit meiner freien Hand seinen Bauch um mich festzuhalten. Der Fahrer lachte und ich auch. Vor dem Hotel angekommen zitterten meine Beine. Ich zahlte mit drei 20 Baht Scheine. Ich war sehr dankbar, angekommen zu sein. Am Schrein des Hotels verneigte ich mich. Meine ganze Seele verneigte sich mit.

Der Besuch in den Park bestätigt nur den Dschungel Charakter der Stadt. Wunderschöne Palmen und Pflanzen mit bunten Blumen. Im Park gibt es zwei große Seen. Wir liefen auf der Wiese des großen Sees. Die Wiese sah sehr einladend und auch zwei Soldaten machten gerade Mittagsschlaff. Da sah ich aus dem Wasser dieses riesige Tier kommen sehen. Es lief auf der anderen Seite des Ufers. Uff. Aber weiter vorne auf meiner Seite des Ufers waren gleich zwei ebenfalls große Tiere, die die Sonne genossen haben. Spontan änderte ich meine Meinung und entschied mich nicht auf der Wiese hinzulegen, sondern weiter möglich weg vom See zu laufen. Ich zählte mehr als 6 in den wenigen Minuten. Die Menschen, die am See saßen, schienen die Tiere gar nicht zu bemerken. Das beruhigte mich, wenn auch nicht genug.

Inselglück im Nachbarland

“Wir wollen nach Thailand. Ein paar Tage Sonne in Koh Samui tanken! Ich will wissen, wie man am besten fliegt, ob noch was frei ist, und natürlich der Preis“. Ich bat meine Lehrerin mir bei der telefonischen Buchung von Tickets zu helfen. Klar, kein Problem. Aber, Bangkok? Weißt Du, wie das auf Chinesisch heißt? Fragte mich meine Lehrerin. Äh… nein, keine Ahnung. Ein anderer Schuler von mir ist nach Mugu in Thailand geflogen, vielleicht ist Mugu Bangkok. Kann sein. Können wir es genauer wissen? Nach einigen Stunden und mehreren Telefonaten war es dann doch so weit. Die größte Schwierigkeit war, die chinesischen Namen herauszufinden. Wenn ihr eine Gruppenreise bucht, ist es viel billiger! Nein, danke wir wollen nicht in der Gruppe reise. Nicht? Warum denn? Tja, wir können noch nicht so gut chinesisch. Vielleicht später einmal…

Es ist super. Von Xi’an gibt es einen direkten Flug nach Bangkok! Leider sind wir mit etwas mehr als eine Stunde Verspätung gestartet und hatten in Bangkok ganz schon viel Hektik. Aber alles klappte und wir waren am Nachmittag in der schönen Insel.

Vom Flieger aus konnten wir eine große dicke Wolke über die Insel sehen. Wir landeten und fuhren ins Hotel im Norden der Insel und ein Paar Minuten nach dem wir drinnen waren fing ein heftiges Gewitter an, das über eine Stunde dauerte. Am nächsten morgen schien zum Glück die Sonne. Und ganz schon heftig sogar. Im Nu holten wir uns einen Sonnenbrand, der noch heute nicht ganz vorbei ist.
Gegen Mittag sind wir spazieren gegangen. Wir waren nur ein Paar Strassen weiter als dicke Tropfen Wasser vom Himmel fielen. Schnell Zuflucht in eine Bäckerei gefunden! Dort verweilten wir fast zwei Stunden bis der Besitzer der Bäckerei, ein junger Franzose kam, um seine Freundin abzuholen und die Bäckerei zu schließen. Nur gut, dass wir in Xi’an unter solch extremer Trockenheit gelitten hatten. Wir schauten fasziniert dem Regen zu und das Treiben auf der Strasse.


Auf der anderen Seite der Strasse, unter einem großen Zelt war ein einfaches Restaurant. Innen die Tische und Stuhle, an der Strasse die Küche, sodass man der Essenszubereitung beim Vorbeigehen zuschauen könnte.

Die Köchin betete zu einem kleinen Schrein bevor sie dann ihre Arbeit anfing. Dann briet sie verschiedene Sachen in einer Art Wok und ich fragte mich, wer das alles essen soll, denn bei dem Wetter war kein Kunde zu erwarten. Fast bei allen Restaurants und bei den Garküchen sowieso kann man der Essenszubereitung zuschauen. Wenn man so durch die Insel fährt bekommt man das Gefühl, es gibt unendlich viel zu essen und auf der Insel wird nur gegessen.
Wir kauften Regenmäntel aus Plastik und liefen durch die überfluteten Strassen ins Hotel zurück. Dort gingen wir zum Strand in das Zelt der Masseurinnen und mit dem Blick auf das Meer ließen wir uns massieren. Die Tage auf der Insel waren viel zu schön. Selten ist es vor Ort schöner als auf dem Katalog. Die Strände und das klare Wasser, aber auch die Vegetation auf der Insel sind einzigartig. Blumen in allen Farben wohin man schaut. Selbst die Cocktails werden mit Blumen geschmückt. Trotz der zwei heftigen Empfangsgewitter war ich zufrieden.




Die Thailänder haben auch eine Tonsprache. Man hört es. Und was auch auffällt, sind die ausgedehnten Endungen der Wörter: khop khun kaaaah! Dankeeee! Besonders die letzte Silbe eines Satzes wird lang gesprochen. Wenn Thailänder Englisch sprechen klingt das dann auch so ähnlich: Have a loooook! Have a look aaaaaat! Ich schaue mir ein paar Stoffelefanten an und auf einmal höre ich eine weiche Stimme neben mir: I can descaaaaaunt! Ich drehe mich um und sehe eine nett lächelnde Thailänderin. Sie lächelt so freundlich, ich muss zurück lächeln. How much? Frage ich. 150 for youuuuu.
Ich muss sagen, die Verkäufer sind auf keinem Fall eindringlich. Ich habe doch einiges gekauft, aber es hat Spaß gemacht, und ich habe es hinterher nicht bereut.
Im Koh Samui genieße ich die Sonne und ein Paar Verkäufer laufen vorbei. Shoppiiiing? Shoppiiiing? Wenn keiner sich nach denen dreht, gehen sie weiter. Wenn man aber Interesse zeigt… Eine Frau zeigt Tisch und Bettdecken in schönen Farben und mit Elefanten geschmückt. Wie viel? 3500 Baht (1000 Baht sind ung. 20 Euro). Ich schüttele den Kopf. Wie viel möchtest Du zahlen? 2000 sage ich. OK, sagt sie ohne zu zögern. Hm, spätestens da merkt man, man bezahlt noch zu viel. Aber morgen, heute habe ich kein Geld. (Jetzt muss ich mich daraus reden…) Du kannst die Decke nehmen und mir das Geld morgen geben. Hm… nee, ich schaue morgen noch mal. Georg ist im Wasser. Sie ruft ihn mit den Händen damit er mir was kauft. Ich sage ihr, er kauft nicht so gerne ein. Da macht sie Zeichen mit den Händen und schreit zu ihm. Not come! Not come! Wir lachen eine Weile. Lächelnd verabschiedet sie sich und geht weiter mit den schönen Tüchern und Decken.
Zwei Tage später weiß ich, was man in einem Laden für die Tücher zahlen muss. Ich bin für meinen Einkauf vorbereitet. Sie kommt vorbei und fragt, wie es mir geht. Heute ist dein letzter Tag hier? Ja… schade. Und möchtest Du die Decke mitnehmen? Ich sage, ich war in einem Laden und habe die gleiche Decke gesehen. 1100 Baht nur. Sie sagt, ich soll ihr etwas mehr geben, denn sonst macht sie kein Gewinn. 1300 sage ich. Sie tippt 1500 in den Taschenrechner ein und sagt mir, You happy me happy. Gegen so ein Argument kann ich mich gar nicht wehren. Ich holte das Geld und kaufte die Decke. Sie fragte mich, ob die Insel mir gefallen hatte und ob ich wieder kommen will. Ja, die Insel hat mir sehr gut gefallen und ich möchte unbedingt noch mal her! Und das habe ich nicht nur so gesagt.

Dienstag, 13. Januar 2009

Das Jahr ist noch nicht zu ende!

Nun Weihnachten und das Jahr 2008 gingen zum Ende. Weihnachten kommt langsam aber sicher nach China, denn die Idee mit dem Verschenken ist gut für die Geschäfte. Neujahr dagegen ist nichts aber wirklich nichts besonders hier. Man geht am 31. Dezember zur Arbeit, geht dann heim und früh ins Bett und am nächsten Tag bleibt man zuhause, weil der 1. Januar Feiertag ist. Man wünscht sich nicht „Frohes neues Jahr!“.
Nun der Kalender wird bald 24. Januar anzeigen und erst dann wird hier was los sein. Denn nach dem Chinesischen Kalender geht dieses Jahr erst Ende Januar zu ende. Drei Tage sind National Feiertage: 26, 27 und 28. Januar. Den 29.01 und 30.01 hängt man dann dazu. Chinesisches Neues Jahr ist ein Familienfest und ganz China macht sich auf dem Weg zu den Verwandten. Viele meiner Kollegen haben schon den Urlaub beantragt und die Zug Tickets gekauft. Eine Kollegin erzählte mir, sie war von 11 Uhr abends bis 03 Uhr in der Früh am Telefon bis sie endlich durch kam und die Tickets reservieren konnte. Von Xi’an bis Tsing Tao am Nordosten fährt der Zug 24 Stunden. Andere müssen in den Süden und überhaupt in alle Ecken dieses großen Landes.
Ähnlich wie bei uns, gibt es in den meisten Firmen eine „Chinese new year party“. Die war bei uns letzten Freitag. Die Firma lud alle Mitarbeiter in ein neues schönes Restaurant im Zentrum Xi’an ein. Drei große Bussen wurden gemietet um alle Mitarbeiter hinzubringen. Vor dem Mittagsessen gab es Aufführungen von den Kollegen. Es wurde gesungen, getanzt und gespielt. Dann wurde das Essen serviert und wieder wurden wir mit Tanz unterhalten, diesmal vom Restaurant Personal. Nun werden die nächsten zwei Wochen in der Arbeit sehr ruhig sein, weil viele Kollegen weg fahren. Wenn sie zurückkommen werden wir uns frohes neues Jahr wünschen. Nehme ich an...

Kalt und trocken

Auch dieser Winter ist rekordverdächtig. Nur diesmal ist es nicht die Kälte sondern die extrem trockene Luft. Die Luftfeuchtigkeit beträgt 26%. Etwas mehr als ein Viertel des Wertes in München 92%.
Ständig gibt es Stromschläge wenn man irgendwas anfasst. In der Arbeit haben sich viele Kollegen einen Luftbefeuchter mitgebracht. Man wacht auf in der Nacht, weil Hals und Nase so trocken sind.

Welcome to join the labor union!

Alles fing mit einer Email an, die Anfang Dezember letzten Jahres ankam. „Welcome to join labor union“ hieß der Betreff. In der Email wurden alle Mitarbeiter dazu eingeladen eine Gewerkschaft zu gründen und Mitglieder dieser zu werden. Darüber hinaus gab es zwei Links mit Informationen über Rechte und Verpflichtungen einer Gewerkschaft. Leider nur auf Chinesisch… schade. In einer großen Versammlung lud uns der Chef noch einmal ein Mitglieder zu werden und dadurch die Gewerkschaft mit 5 RMB monatlich zu unterstützen. Dann war nichts mehr vom Thema zu hören bis… ich eines Tages etwas später zu arbeit kam. So gegen halb zehn.. im Posteingang war eine Email mit dem Titel „Nominate two candidates“. Wir sollten zwei Kollegen aus unserer Abteilung nominieren. Die Emails mit den nominierten Kollegen sollten aber noch vor 10:30 geschickt werden (des gleichen Tages!! Also hatte ich gerade mal eine Stunde). Schnell musste ich überlegen, wenn ich nominiere. Da ich nicht viele Leute kenne wählte ich zwei Kollegen, deren Namen ich mich merken konnte. Meine Kollegin wählte zwei neben ihr sitzende Kollegen und so entstand eine wilde lange Liste mit Nominierten. (Unter denen auch zwei Abteilungschefs…) Die Nominierten mit den meisten Stimmen gingen dann in die nächste Runde. Aus 14 sollten dann die 5 Gewerkschaftsvorsitzenden gewählt werden. Am großen Wahltag mussten wir uns dann um 14 Uhr im großen Sal treffen. Damit alle sicher hingehen, wurden wir alle mit einer Pfeife raus geschickt. Im vollen Sal hatten die sehr aufgeregten Kandidaten einige Minuten um sich vorzustellen. Alle fingen mit den Wörtern „vielen Dank für eure Nominierung“ an. Einige freuten sich richtig über das Vertrauen und Meinung der Kollegen. Andere hatten kein Plan und versuchten nicht dies zu verstecken. Tja, ich denke ihr solltet lieber einen anderen Kandidaten wählen. Andere wollten richtig weiter kommen. Ja, wir brauchen eine Gewerkschaft, die sich für uns einsetzt und das Arbeitsleben angenehmer macht. Wir sollten mehr Ausflüge machen und überhaupt mehr spaßiges machen! Irgendwie gab es bei jedem Kandidaten großes Gelächter. Die Kandidaten waren sehr nervös und die restlichen Kollegen betrachteten alles mit einem gewissen Humor… Jedes Versprechen war Grund zum Lachen. Am lautesten haben wir aber gelacht, als der letzte Kandidat versprach, Sigle Partys zu organisieren, damit unsere Single Kollegen endlich mal jemanden kennen lernen. Tja, das hat gewirkt! Das war der Kollege mit dem meisten Stimmen! Das ganze dauerte fast drei Stunden und machte unglaublich viel Spaß!

Abenteuer Zugfahren

Es heißt Zug fahren in China ist ein echtes Abenteuer. Hm… das muss ich noch ausprobieren. Bisher bin ich nur mit der U Bahn gefahren, aber das reicht schon für eine kleine Geschichte.. ;)
Vor einigen Monaten war ich in Shanghai. Wie bei fast allen Reisen hatte ich meinen FLIPO Koffer dabei. Flipo steht für Familie Pinzon Olejua und die Buchstaben hat mein Papa auf dem damals neuen schwarzen Koffer in weiß drucken lassen. Der Koffer ist unverkennbar und hat mich schon seit meiner Ausreise aus Kolumbien begleitet. Mit meinem Koffer war ich also in Shanghai unterwegs und wollte zum Flughafen. Ich fuhr mit der U Bahn und dann mit dem Transrapid. Der Eingang zur U Bahn befand sich im Untergeschoss eines Kaufhauses. Da mein Koffer schwer war suchte ich nach einem Aufzug. Vergebens!. Ich schleppte den Koffer die Treppen runter und angeschwitzt ärgerte ich mich am Ticket Automaten, weil dieser nur Münzen akzeptiert…
Ich staunte und fragte mich, was Menschen mit Behinderungen machen. Wie kommen sie zur U Bahn?
Nun war ich nach 6 Monaten in China wieder in Deutschland. Ich flog nach München und fuhr dann mit der Bahn nach Konstanz. Außer meinem voll bepackten Koffer hatte ich einen Rucksack und eine Tasche mit last minute Einkaufen aus dem Pekinger Flughafen. Als ich mit der U Bahn zum Hauptbahnhof fahren wollte, musste ich staunen. Es gab keinen Aufzug! Im Haupt Bahnhof stellte sich das Einsteigen in den Zug als besonders schwierig heraus, denn der Zug hatte dieses ältere Türensystem mit zwei hohen Stufen und eine Stange in der Mitte. Alles wunderbar unpraktisch, wenn man viel Gepäck dabei hat. Ich habe wohl Mitleid geweckt, denn ein netter Herr packte mit und half mit dem Koffer. Im Friedrichshafen musste ich umsteigen. Wieder einmal suchte ich nach einem Aufzug. Vergebens! Ich schaute, ob jemand mir helfen könnte, aber außer mir war nur noch ein Vater mit einem Rucksack, ein großer Koffer und eine kleine Süße Maus. Die kleine Maus war noch so klein, dass sie zwar laufen konnte, aber sich nicht getraut hat die Treppen runter zu laufen. Sie wollte getragen werden, aber das konnte der Papa ja unmöglich tun. Er sagte sie soll warten, er bringt das Gepäck runter und holt sie dann ab, da fing die kleine an zu weinen. Ich lief dann mit meinen drei Gepäckstücken die Treppen runter und dann wieder hoch um den kleinen Zug zum Hafen zu nehmen. Im Friedrichshafen Hafen war dann wieder kein Aufzug vorhanden aber dafür ein netter junger Man! Der trug mir den Koffer runter. Uff! Der letzte Teil der Reise war mit dem Katamaran nach Konstanz. Insgesamt war ich nur 4.5 Stunden unterwegs und musste nur zwei mal umsteigen. Ich war trotzdem so fix und fertig. Ich sagte meinem Bruder zwei Sachen. Vielleicht muss ich mir doch einen neuen Koffer kaufen und ich werde bestimmt nicht so schnell wieder über die U Bahn in China meckern.