Es heißt Zug fahren in China ist ein echtes Abenteuer. Hm… das muss ich noch ausprobieren. Bisher bin ich nur mit der U Bahn gefahren, aber das reicht schon für eine kleine Geschichte.. ;)
Vor einigen Monaten war ich in Shanghai. Wie bei fast allen Reisen hatte ich meinen FLIPO Koffer dabei. Flipo steht für Familie Pinzon Olejua und die Buchstaben hat mein Papa auf dem damals neuen schwarzen Koffer in weiß drucken lassen. Der Koffer ist unverkennbar und hat mich schon seit meiner Ausreise aus Kolumbien begleitet. Mit meinem Koffer war ich also in Shanghai unterwegs und wollte zum Flughafen. Ich fuhr mit der U Bahn und dann mit dem Transrapid. Der Eingang zur U Bahn befand sich im Untergeschoss eines Kaufhauses. Da mein Koffer schwer war suchte ich nach einem Aufzug. Vergebens!. Ich schleppte den Koffer die Treppen runter und angeschwitzt ärgerte ich mich am Ticket Automaten, weil dieser nur Münzen akzeptiert…
Ich staunte und fragte mich, was Menschen mit Behinderungen machen. Wie kommen sie zur U Bahn?
Nun war ich nach 6 Monaten in China wieder in Deutschland. Ich flog nach München und fuhr dann mit der Bahn nach Konstanz. Außer meinem voll bepackten Koffer hatte ich einen Rucksack und eine Tasche mit last minute Einkaufen aus dem Pekinger Flughafen. Als ich mit der U Bahn zum Hauptbahnhof fahren wollte, musste ich staunen. Es gab keinen Aufzug! Im Haupt Bahnhof stellte sich das Einsteigen in den Zug als besonders schwierig heraus, denn der Zug hatte dieses ältere Türensystem mit zwei hohen Stufen und eine Stange in der Mitte. Alles wunderbar unpraktisch, wenn man viel Gepäck dabei hat. Ich habe wohl Mitleid geweckt, denn ein netter Herr packte mit und half mit dem Koffer. Im Friedrichshafen musste ich umsteigen. Wieder einmal suchte ich nach einem Aufzug. Vergebens! Ich schaute, ob jemand mir helfen könnte, aber außer mir war nur noch ein Vater mit einem Rucksack, ein großer Koffer und eine kleine Süße Maus. Die kleine Maus war noch so klein, dass sie zwar laufen konnte, aber sich nicht getraut hat die Treppen runter zu laufen. Sie wollte getragen werden, aber das konnte der Papa ja unmöglich tun. Er sagte sie soll warten, er bringt das Gepäck runter und holt sie dann ab, da fing die kleine an zu weinen. Ich lief dann mit meinen drei Gepäckstücken die Treppen runter und dann wieder hoch um den kleinen Zug zum Hafen zu nehmen. Im Friedrichshafen Hafen war dann wieder kein Aufzug vorhanden aber dafür ein netter junger Man! Der trug mir den Koffer runter. Uff! Der letzte Teil der Reise war mit dem Katamaran nach Konstanz. Insgesamt war ich nur 4.5 Stunden unterwegs und musste nur zwei mal umsteigen. Ich war trotzdem so fix und fertig. Ich sagte meinem Bruder zwei Sachen. Vielleicht muss ich mir doch einen neuen Koffer kaufen und ich werde bestimmt nicht so schnell wieder über die U Bahn in China meckern.
High in the mountains
vor 16 Jahren

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