Sonntag, 22. Februar 2009

Chinesisches Neujahr


Am 26. Januar 2009 fing das Jahr des Rindes an. Je näher dieses Datum kam, desto aufgeregter schienen alle zu sein.
Auf einmal sieht man neue Geschäfte oder Straßenstände, die Feuerwerk zum Verkauf anbieten. Geschäfte, Hotels, Restaurants und überhaupt, wer sich das leisten kann, schmückt Fenster, Türen und Bäume. Die Stadt verkleidet sich rot und golden.
Die Kollegen wollen verreisen oder wollen Geschenke für die Verwandte kaufen. Dann wird über das leckere Essen geredet, welches für diese Tage vorbereitet wird.
Es heißt die nächsten Wochen hockt man zusammen und es wird ganz viel gegessen. Fast für jeden Tag ein besonderes Essen. Und Feuerwerk darf man natürlich nicht vergessen.
Ich habe nämlich verschiedene Gründe gehört, warum das Feuerwerk so besonders und nicht wegzudenken ist. Eine Kollegin sagte, wenn sie den Krach des Feuerwerks hört, dann wird sie daran erinnert, es ist die Zeit der Feierlichkeiten! Andere Kollegin erzählte mir von einem Taxifahrer, der 15000 RMB für Feuerwerk opferte, damit das Geschäft des nächsten Jahres gut gehen möge. Und es heißt auch, Feuerwerk bringt nicht nur Glueck sonder vertreibt auch das Böse. Es gibt verschiedene Varianten von Feuerwerk. Es gibt Feuerwerk für Tagsüber. Dieser macht nur Krach. Man sieht gar nichts im Himmel, es sei denn, man ist in der Nähe, dann sieht man eine Rauchwolke. Ich kannte dieses Geräusch nicht, man gewöhnt sich schnell dran. Nach einigen Tagen nimmt man das fast gar nicht mehr wahr. Für abends, wenn es dunkel ist, gibt es buntes und leuchtendes in allen Größen. Mit und ohne Krach. Das Lieblingsstück der Kinder schienen aber die kleinen roten Knaller zu sein, die sie anzündeten und dann unter die Autos warfen. Es krachte kurz und laut und aktivierte die Alarmanlagen aller Autos in der Straße. Einmal kamen wir abends heim und sahen vor der Wohnanlage kleine Kerle dabei, Feuerwerk anzuzünden. Einer der Feuerwerkskörper explodierte nicht. Ein etwa 9 Jahre altes Kind zündete sein Feuerzeug an und ging zum Feuerwerkskörper hin. Ich blieb atemlos stehen und Georg sagte Oh oh…
Zum Glueck ist nichts passiert und wir gingen in die Wohnanlage rein. Vorbei an den Muttern der Kinder, die sich gerade weiter unterhielten, als spielen die Kinder im Sandkasten.

Die Schulen und Unis machen Ferien während dieser Zeit. Das hat zur Folge, dass auch die Straßenständen Pause machen. Auch die Taxis werden immer weniger und Geschäfte und sogar das Schwimmbad macht zu. Wenn man also nicht Chinese ist, und keine Familie zum Feiern hat, kann das Leben nicht nur langweilig, es kann auch schwierig werden. Viele Ausländer verreisen in dieser Zeit. Das Flugzeug von Xi’an nach Bangkok war zu 90% mit Ausländern belegt.

Der 9. Februar, also der 15te Tag des Jahres ist ein wichtiger Tag im chinesischen Kalender. Der Tag des Laternenfestes. Und wieder eine willkommene Gelegenheit für noch mehr Feuerwerk. Wie der Name schon sagt, gibt es an diesem Tag überall Laternen. Die alte Mauer in Xi’an wurde dafür ganz schön geschmückt.






An diesem Montag haben wir ganz normal gearbeitet. Nach der Arbeit gingen wir auf die Terrasse im 6 Stockwerk und schauen 5 Minuten lang das Feuerwerk in der Umgebung an. Obwohl wir weit vom Zentrum waren, in welche Richtung auch immer man schaute, es dauerte nicht lange, bis so eine Feuerwerkblume zu sehen war. Dann fuhren wir in die Stadt rein. Zur Mauer. Wie viele andere auch. Dort gab es noch mehr Feuerwerk und auf der Mauer viele Laternen zu bestaunen. Die Laternen hatten die verschiedensten Formen und stellten Kapiteln aus der Geschichte oder der Moderne dar.

Da waren zum Beispiel kleine Häuser aus Bambus in sehr schöner Bauweise. Die Kollegin fragte mich, sieht das in Kyoto so aus? Ja, es sieht so aus. Das ist weil Kyoto nach der damaligen Hauptstadt der Tang Dynastie gebaut wurde. So sah Xi’an einmal aus.

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